Bali – Freundliche Schattenseiten

denpasar-trafficWir kennen sie alle, die Berichte vom tollen Tropenparadies Bali mit den unsagbar guten Früchten. Ja, die Früchte sind verdammt gut, wenn man sie mal gefunden hat. Aber paradiesisch finde ich es hier nicht wirklich, zumindest nicht nur. Vielleicht waren auch unsere Erwartungen zu groß.
Viele haben uns geschrieben und gefragt, ob wir einen ungeschönten und ehrlichen Blog-Post schreiben können. Ja, das machen wir. Weil wir das immer tun. Wir sagen immer gerade heraus, was uns gut und was uns nicht gefällt.
Los geht’s!

Das Veganer- und Yoga-Paradies

wood-carverNun, hier die restliche Geschichte zu unserer Woche in Ubud. Die Region Ubud ist bekannt und berühmt für ihr Kunsthandwerk. Woodcarver findest du hier in jedem zweiten Laden. Darüber haben wir aber schon in unserem vorigen Bali-Artikel berichtet.

Ein tolles, aber teures roh-veganes Restaurant ist das „Seeds of Life„. Hier bekommt man nicht nur wahnsinnig gutes gesundes Essen, sondern auch Bio-Datteln. Für 500 g haben wir IDR 350.000 (ca. € 23,-) bezahlt.

Auch das Brot ist hier roh – und alles schmeckt sehr lecker. Hat aber auch seinen Preis.
Andere Lifestyle-Restaurants haben wir nicht ausprobiert.

Der lokale Markt ist sehr groß und man kann gut verhandeln, im Vergleich zum Norden aber immer noch teuer. Vor allem Gemüse.

ubud-traditional-market

seeds

Wir haben uns für das Öffnen der Kokosnüsse ein Beil für umgerechnet € 10,- besorgt. Obwohl es sehr schön und handgearbeitet war, hat sich leider nach 5 Kokosnüssen herausgestellt, dass es für den Alltag wohl eher nicht zu gebrauchen ist. Schon nach kurzer Zeit haben sich Eisen und Griff getrennt, man hat uns dann bestätigt, dass es eher als Sammlerstück zu betrachten ist. Hmmmm … Verstehe.

Wasserfälle haben uns bekanntlich in ihren Bann gezogen, also ab zum Tenguan-Wasserfall, etwa 15 Minuten Fahrt von Ubud.

Die IDR 10.000 Eintritt waren es nicht Wert und auch in keinster Weise gerechtfertigt, kurzum Touristen-Abzocke. Berge an Müll lagen hinter dem Wasserfall und uns sind viele betrunkene, rücksichtslose Touristen begegnet. Wohlgemerkt können die Balinesen natürlich nichts dafür. Doch auch in Thailand gab es Touristen, und dort war es weit sauberer.

Kurz haben wir überlegt, den Affenwald bei Ubud zu besuchen. Aber bei IDR 80.000 Eintritt pro Person (auch Kinder!) haben wir es gelassen. Die Affen sollen recht aggressiv sein, wenn sie nicht gleich bekommen was sie wollen. Es wird empfohlen, keinen Schmuck, Haarspangen oder Ähnliches zu tragen. Sie lieben solche Dinge und reißen es gerne ab, wenn man nicht freiwillig hergibt, was verlangt wird. Es wird auch empfohlen, Kinder immer an die Hand zu nehmen. Gut, nach diesen Informationen haben wir uns dagegen entschieden.

Die Unterkunft in Ubud war hingegen ein Traum. Sie heißt Ogek Homestay.

Es war sehr luftig und kühl, sodass wir keine Klimaanlage brauchten. Der kleine Ventilator reichte völlig aus. Aufgrund der Höhe, wir waren ja quasi im dritten Stock, am Dach, hatten wir im August keine Mücken. Es wurde täglich sauber gemacht. Der Morgen war stets wunderschön, denn die Sonne küsst einen wach. Der Hausherr ist Taxifahrer und hat uns dann für einen guten Preis von Ubud in den Norden (IDR 500.000) gebracht. Das Lokasari Hotel ist fünf Gehminuten entfernt. Wenn man nett fragt, darf man den Pool benutzen.
Die Nachteile: Es ist etwas hellhörig (Mopeds, Gockelhähne, Hunde). Ebenso wird oft danaben (Bio-)Müll verbrannt und aufgrund der Höhe bekommt man ziemlich viel Rauch ab. Und es sind unsagbar viele Mini-Ameisen unterwegs, sowohl innen als auch aussen.
Ubud selbst ist tatsächlich Eldorado für Yoga-People und Veganer, die Urlaub machen. In den veganen Restaurants bekommst du wahnsinnig gutes und gesundes Essen und man würde ohne Zweifel in Europa das doppelte oder dreifache dafür bezahlen – aber teuer ist es dennoch.

Ruhiger? Ab in den Norden!

Nach einer Woche Ubud haben wir beschlossen in den ruhigeren Norden zu gehen. Es ist hier noch immer viel los, aber weitaus weniger Verkehr und überschaubarer.
Unser Ziel war Lovina, unter anderem wegen der hier frei zu beobachtenden, wilden Delfine, die wir unbedingt sehen wollten. Und man kann Sonnenauf- und Untergänge sehen.
Übers Internet haben wir „Gede Homestay“ gefunden und per Telefon einen super Preis ausgehandelt. Nun ja, selbst das wäre zu teuer gewesen für dieses „Loch“, eine totale Absteige… Nach der Enttäuschung und zwei Stunden Taxifahrt wollten wir mal ins Meer zur Abkühlung. Aaaaargh, wo sind wir da nur gelandet. Das Meer ist eine einzige braune Brühe und voll mit Müll. Der Strand war dreckig und schwarz (Lava-Sand). Ok, das wussten wir vorher, aber dass es so übel aussieht, damit haben wir nicht gerechnet. Also sind wir zu Fuß los um was anderes zu finden.
Gelandet sind wir dann im Mumbul Guesthouse, mit sauberem Pool und großem Zimmer mit genügend Platz und Betten. Wir konnten für einen Monat einen – für Bali-Verhältnisse – guten Preis aushandeln, IDR 250.000 pro Nacht.

Die Besitzer sind ein biertrinkender Australier und eine geldgierige Balinesin mit zwei kleinen Kindern (1 und 5), die kaum raus dürfen und viel schreien. Das hat die Stimmung hier am Pool sehr getrübt für mich. Es war schrecklich mit anzuhören, wie die Bedürfnisse von so kleinen Kindern einfach übergangen werden. Sie war dauernd in ihr Telefon versunken oder nicht da. Das Kindermädchen hat die Kinder „gehütet“ und gewartet bis der Tag um war. Ganz traurig.
Der Gartengang war gut gepflegt, das Essen sauteuer, das zehnfache (!) vom Straßenpreis.
Die Anlage ist direkt neben Reisfeldern, das Konzert der Tiere ist abends wundervoll. Hier gab es auch keine Mosquitos – warum nicht, sollten wir später erfahren. Frösche, Echsen, Geckos und sonstige Mücken fressende Lebewesen haben ihren Beitrag dazu geleistet. Uuuuuuund, dass wir wohl zweimal mit Gift eingenebelt wurden in diesem Resort. Wahnsinn! Einmal davon wurde es uns nicht einmal mitgeteilt und all unsere Sachen waren voll mit dem Teufelszeug. Und das an unserem Hochzeitstag! Wir mussten unsere gesamten Textilien waschen lassen… Und alles andere auch. Auf eigene Kosten, versteht sich. Ich denke, ihr könnt euch vorstellen, wie wütend wir waren. Da wir aber alles im Vorhinein bezahlt haben, war das unter diesen Umständen einfach Pech für uns. Wir konnten wenigstens das Zimmer wechseln.
Fazit: In Zukunft werden wir eine Woche buchen und uns vor Ort Zeit nehmen um was Geeignetes zu finden. Ebenso werden wir nicht mehr alles im Voraus zahlen, um so etwas flexibler sein zu können.

Die Zeit in dem Resort haben wir trotzdem genossen und genutzt, um eine Unterkunft für die letzten knapp drei Wochen zu finden. Das haben wir auch: Bagus Homestay. Und das ist wirklich super! Direkt am Strand, viel Platz, großer Pool, nette Leute. Und kaum sichtbare andere Gäste.

Wir haben hier zwar 300.000 IDR pro Nacht bezahlt, wenn man länger bleibt, kann das aber sicher noch günstiger werden. Auch eine tolle Anlage, wo wieder mehrere Familien gleichzeitig wohnen können!

Auf Bali bekommt man alles zu kaufen, wir haben das Gefühl, es ist sehr westlich mittlerweile, trotz der eigenen Kultur. Unterkünfte sind auf Bali sehr teuer. Essen im lokalen „Warung“ (Restaurant, wobei dieser Begriff nicht mit unseren Restaurants vergleichbar ist), Transport und Treibstoff ist aber sehr günstig. Wasser bekommt man hier von ausbeuterischen Großkonzernen oder man bezahlt umgerechnet 7 Cent pro 19 Liter mehr und man kann den lokalen Wasserhersteller unterstützen. Einer heißt „Yeh Buleleng„, ein 19 Liter-Kanister (eine Gallone) kostet 70 Cent. Trichter nicht vergessen! Und man spart wieder Unmengen an Plastik gegenüber den 1,5-Liter-Flaschen. Und Unmengen an Geld: 2 Flaschen kosten so viel wie eine Gallone.

Achtung beim Essen, generell sind alle Speisen scharf, man muss immer dazu sagen „not spicy„, oder noch besser „no chili„. Und fast jede Speise hat einen süßlichen Touch, was das lokale Essen nicht sonderlich vielfältig macht.
Aufpassen muss man als Vegetarier auch bei Suppen, denn fast jede Suppe, manchmal auch Saucen, werden mit Hühnerbrühe zubereitet. Vegane Suppenwürze haben wir auf Bali keine gesehen. Daran denken die Köche meistens nicht, wenn du tierfreies Essen verlangst!

Probiert die kleinen Warungs aus, traut euch! Es gibt – auf Verlangen – viel Veganes, und noch dazu super günstig. Mittagessen für uns Fünf kommt umgerechnet auf 3-4 Euro.
Unser Liebling unter den frittierten Speisen ist „Ote Ote„, eine Mischung aus Weißkohl, Karotten, Mehl und Wasser in Pflanzenöl gebacken. Nicht gesund, aber gut. „Tahu“ ist Tofu, und „Tempeh“ (fermentierte und zu kleinen Laibchen geformte Sojabohnen) gibt es hier an jeder Ecke in verschiedensten Formen. „Dodol“ ist eine vertretbare Süßigkeit aus Kokosmilch, Reismehl und unraffiniertem Palmzucker. Es wird händisch von Locals hergestellt und umweltfreundlich in getrockneten Bananen-Blättern verpackt. Reis ist auch hier, wie in fast allen asiatischen Ländern absolutes Hauptnahrungsmittel.

Wir essen hier meist einmal täglich warm, sonst nur Früchte, Smoothies oder Nüsse. Obst gibt es hier im Norden wirklich an jeder Ecke. Sehr günstig, aber Gemüse ist immer noch verhältnismäßig sehr teuer. Vor allem Kartoffeln sind hier ziemlich exotisch und mit europäischen Preisen vergleichbar, etwa € 1,40 pro kg. Aber es gibt eine Alternative zu Kartoffeln. Sie nennt sich Ketela und ist eine sehr stärkehaltige Wurzel. Hierzulande wird sie genauso verwendet wie Kartoffel. Verblüffend!

In Lovina gibt es einen Bioladen, der „Lovina Organic“ heißt. Dort bekommt man hauptsächlich kosmetische Dinge und Kokosöl. Bio sind hier auf jeden Fall die lokalen Bananen, Papayas und Kokosnüsse. Manch andere Früchte, die gerade Saison haben, denn die Menschen haben hier viele Obstbäume im Garten und bringen die Früchte nach der Ernte zum Markt. Die Großzügigkeit der Locals ist unbeschreiblich. Bei fast jedem Einkauf am lokalen Markt bekommen die Kinder mehrere Früchte geschenkt.
Einen tollen, lokalen Supermarkt haben wir auch entdeckt. Dort bekommen wir Haferflocken in größeren Mengen und sogar Trockenfrüchte, Cashewkerne und Mandeln.

Restaurants in Lovina

Besonders hervorheben möchten wir das „Akar Cafe Lovina„. Dort bekommst du unglaublich gute Falafel und Pida!

falafel

Wir waren mehrmals dort, weil es einfach mal was Anderes war. Preislich kannst du in etwa von der Hälfte europäischer Preise ausgehen. Das Ambiente ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, die Leute dort aber sehr nett und das Essen kommt schnell und ist immer frisch.

Auch eines unserer Lieblingsrestaurants war das „Baturiti Resto Cottage„.

Das Essen ist unglaublich lecker und geschmacklich mal was anderes. Die Tische sind auf kleinen Stelzenhäuschen aus Bambus gebaut, welche auf einem Fischteich thronen. Sehr gemütlich! Sie haben auch ein Infinity Pool. Wenn man hier isst, muss man auch nicht bezahlen, wenn man später ins Pool möchte.
Ein kleiner Insider-Tipp: Frage vor dem Bestellen, ob der Koch da ist. Ein Mal abends war er bei uns nämlich nicht da, und wir bekamen langweiliges, aufgewärmtes und ziemlich lustlos zubereitetes Essen von den Küchenhilfen serviert. Der Koch ist dafür aber umso besser in dem was er tut.

Bali – Ein Bio-Paradies?

Ein Bio-Paradies, so wie es oft beschrieben wird, ist Bali allerdings nicht. Es gibt kaum ausgewiesenes „Organic Food“. Wir haben oft gesehen, dass Reisfelder oder Chilis mit Gift gespritzt werden. Es ist hier wie in vielen anderen Ländern offenbar normal, seine Lebensmittel vor Verzehr zu vergiften.

Ach ja, Pizzaladen können wir hier keinen einzigen empfehlen. Wir haben zwei ausprobiert und haben beide Mal viel Geld für wenig Pseudo-Pizza ausgegeben. Ausserdem verlangen sie in den typischen „Touristen-Restaurants“ eine 10%-Gebühr, sie stellen es als Steuer hin. Wozu die gut ist konnte uns noch niemand erklären. Wir haben sie bisher auch nicht bezahlen müssen. Ich denke, weil wir es in Frage gestellt haben und selbst die Besitzer uns keine adäquate Antwort geben konnten.

Zeremonie = Tierleid

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Zeremonien und Tiere töten gehen auf Bali Hand in Hand. Die frei rumlaufenden Hühner werden nicht gehalten, um geschlachtet und gegessen zu werden. Das wäre ja noch irgendwie erklärbar. Nein, sie werden gehalten, um bei fast täglich stattfindenden Zeremonien ihr Blut zu vergießen.
Hahnenkämpfe gibt es sehr viele. Ebenso Singvögel-Wettbewerbe. Die Hähne und Vögel werden den ganzen Tag in einem engen Käfig gehalten.
Bei einem Festival in Lovina haben wir sogar einen Spielzeugkeiler entdeckt, der doch tatsächlich Meereskrebse gefangen und deren Muschel-Häuser bemalt hat, um sie dann an kleine Kinder zu verkaufen. Ebenso haben wir schon gehört, dass neben den zahllosen Schweinen, Rindern und Hühnern aus Massentierhaltung auch Hundefleisch angeboten wird. Fassungslos sind wir über diese Zeremonien, die das Leiden zugunsten der Götter rechtfertigen sollen. Auch wenn diese Bräuche für uns fremd sind und wir volle Achtung und Respekt vor fremden Kulturen haben, kann man das in keiner Weise mit seinem Glauben rechtfertigen. Warum muss man dazu Tiere quälen und töten? Welcher Gott kann das von einem verlangen oder gut heißen?

Was machen wir als Familie auf Bali?

Die erste Woche im Norden haben sich alle Kinder und ich etwa 3 Nächte lang übergeben. Das ist nichts besonders Neues für uns, wir wissen, dass es hier Unmengen an Bakterien und Viren gibt, die es noch dazu schön warm und feucht haben. Magen-Darm-Erkrankungen kommen häufig vor, aber es gibt eine gute Nachricht: Dein Körper baut sehr schnell einen geeigneten Schutz dagegen auf. Beim nächsten Mal verträgst du alles ohne Probleme.

Als wir uns endlich erholt hatten, sind wir die ersten Tage nur im Pool geschwommen. Lina hat ihre Schwimmfertigkeiten verbessert und Theodor hat von alleine schwimmen gelernt, ganz aus eigener Motivation, mit 3 Jahren. Und Aurélie… Sie hat einige Zähne bekommen, lernt von Tag zu Tag neue Wörter und entdeckt ihre Umwelt. Ihr zweites Wort nach Mama war „Da da„, was hier so viel wie „Tschüß“ bedeutet. Und sie wusste sofort wie es einzusetzen war. Die Großen haben begonnen, deutsche Wörter durch Englische zu ersetzen. Gerald arbeitet fast jeden Tag, Tag für Tag an unserem neuen Onlineprodukt. Ich bin stolz auf ihn, dass er trotz Wärme, Sonnenschein, Pool und Meer einfach arbeitet. Der Drang, auch in Zukunft in Freiheit leben zu können, ist größer als alle anderen Verlockungen, die hier auf ihn warten. Die Kinder und ich haben uns also den Alltag ganz gut organisiert, manchmal funktioniert es besser, mal gar nicht, es ist wie überall. Wir haben glücklicherweise direkt Anschluss gefunden und fast täglich mit den Locals Zeit verbracht. Gemeinsame Aktivitäten wie an den Strand fahren, im Pool schwimmen, kochen und essen, spielen, Tiere streicheln, andere Strände und Städte erkunden. Viele Menschen hier sind richtige Freunde geworden und Abschiede verliefen nicht selten mit Tränen.

Tempel haben wir ein paar kleine gesehen und den einzigen buddhistischen Tempel auf Bali, den „Brahma Vihara Ashrama„. Ein sehr beeindruckendes Gebäude!

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Alles andere war uns irgendwie zu touristisch. Wenn man ein gutes Foto von Uluwatu & Co haben möchte und sich nicht mit Touristenmassen schieben und Stau vermeiden will, sollte man gleich um 6 Uhr morgens da sein. Unseren Kindern wollten wir das dann doch nicht antun.

Lovina Beach im Center bei der Delfin-Statue ist relativ sauber und gut zum Schwimmen. Die restlichen Strände rund um Lovina sind nicht empfehlenswert. Das Wasser ist, wie schon oben beschrieben, schmutzig und braun.

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Weiter draußen wird das Wasser immer klar und schön, dafür braucht man jedoch ein Boot.

Ende August waren wir dann endlich mit unseren lieb gewonnenen, lokalen Freunden mit einem Fischerboot die Delfine besuchen!

Ich war zuerst skeptisch, weil ich auch schon Negatives gehört habe, angeblich sollen sie sehr gejagt und zusammengetrieben werden, damit sie die Touristen bestaunen, fotografieren und filmen können. Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Klar sind viele Boote draussen, aber die Delfine haben jederzeit die Wahl, wo anders hinzuschwimmen. Sie tauchen nur manchmal zwischen den Booten auf, manchmal auch gar nicht. Und ganz selten springen sie sogar richtig aus dem Wasser! Es sieht so aus als würden sie die Show genießen. Wir haben sogar Babydelfine gesehen, die komplett synchron mit der Mama schwimmen. Es war ein wunderschönes Erlebnis.

Einen tollen Strand haben wir noch in Pemuteran gefunden. Eine Mischung aus weißem und schwarzem Sand und ein künstlich angelegtes Riff mit unglaublich schönen Fischen. Ich habe es genossen, einfach nur im Meer zu treiben und die Fische zu beobachten.

Die Sprache(n)

Natürlich haben wir auch wieder ein paar Wörter aufgeschnappt. Mittlerweile beginne ich auch die Zahlen zu verstehen. Balinesisch und Indonesisch sind zwei verschiedene Sprachen. Indonesisch versteht hier jeder, Balinesisch nur die Einheimischen.

Balinesisch
Suksema – Danke
Om Swastyastu – Hallo (wenn man jemanden zum ersten Mal trifft)
Om Santi santi santi om – Hallo (wenn man jemanden schon einmal getroffen hat)
Alon-Alon – Pass auf
Da da – Tschüß (informell, freundschaftlich)
Toko – lokaler Supermarkt
Top-Up – Aufladen (wie auch englisch; hilfreich für die SIM-Karte)
Lalapan – Salat/Gemüse
Nasi – Reis
Mie – Nudeln

Indonesisch
Terimakasih – Danke
Sama sama – Gern geschehen
Gula – Zucker
Air – Wasser
Hati Hati – Achtung

Visum verlängern oder: Aufnahme als Verbrecher

Das Verlängern des 30-Tage-Visums um weitere 30 Tage kann man auf jeder „Imigrasi“ (Immigration-Office) unkompliziert erledigen. Insgesamt muss man 4 Mal hin. Es gibt auch Agents, die das für dich erledigen, dieser „Service“ ist aber eher eine Farce. Denn im Endeffekt musst du sowieso persönlich hin, du ersparst dir nur das Anfertigen der Kopien und das Ausfüllen der Anträge.

Im weitesten Sinne geht es schlicht darum, die Regeln zu befolgen. Beim Ausfüllen des Formulars nur einen Buchstaben in ein Kästchen zu packen. Wenn dort steht „mit schwarzer Tinte“, dann muss es auch wirklich schwarze Tinte sein! Man muss normale Schuhe tragen, und nein, Flip-Flops sind keine Schuhe. Lange Kleidung ist ebenfalls erwünscht.
Der eigentliche Prozess der Visa Extension erinnert an die Aufnahme in eine Schwerverbrecherkartei. Jeder Erwachsene muss die Abdrücke all seiner Finger abgeben. Du brauchst endlos viele Kopien von den Einreisestempeln, Reisepässen, Weiterflugtickets und was sie sich sonst noch so ausdenken. Wie gesagt, es geht darum, die Autorität anzuerkennen und Regeln zu befolgen.

Die schönen Seiten?

locals2Viele schöne Strände gibt es nicht auf Bali, man muss sie schon suchen, kann sie aber sicher finden. Die doch ziemlich hohen Erwartungen, die wir an Bali hatten, hat die Insel definitiv nicht erfüllt. Wir haben auch mit vielen anderen Bali-Besuchern gesprochen, die oft ebenso enttäuscht waren. Es gibt tausende schönere Inseln – und Indonesien ist zufällig das Land mit den weltweit meisten Inseln. Ich würde vorschlagen, mal die anderen zu besuchen.

Die wirklich tollen Dinge an Bali sind… die Locals. Wir haben noch nie so unglaublich herzensgute, offene, kommunikationsfreudige Menschen getroffen.

Das Leben spielt sich hier draußen ab. Sie sind aktiv und nehmen ihre Kinder überall hin mit, sie sind einfach immer dabei. Und immer fröhlich.

 

Egal ob Mann oder Frau, jeder macht alles. Gleichberechtigung wird hier völlig selbstverständlich gelebt. So manches europäisches Land, wenn nicht sogar alle, können sich daran ein gutes Beispiel nehmen. Ob Kochen, Haus putzen, Wäsche waschen oder sich um die Kinder kümmern, wer Zeit hat, macht das – auch die Männer. Wir haben Frauen beim Straßenbau gesehen, die körperlich richtig schwere Arbeiten verrichten. Unvorstellbar in Europa, oder?
Zusammenhalt und Freundlichkeit sind hier selbstverständlich. Ja… und die Reisfelder sind wunderschön, das satte Grün ist unbeschreiblich!

In Indonesien gibt es keine Geschwindigkeits-Begrenzungen im Straßenverkehr. Jeder fährt so schnell er kann oder will. Jeder vertraut auf den anderen. Ich habe hier auch selten Raser oder Drängler erlebt, alle fahren sehr rücksichtsvoll und langsam.
Ein Local sagte zu uns: „Die Europäer vertrauen auf ihre Regeln und Gesetze; die Balinesen auf ihr Glück. Deswegen beten wir auch jeden Tag!“ – und lacht.
Das hat mich sehr berührt, denn so eine positive Einstellung ist einfach nur beeindruckend und wunderschön. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen, die Menschen leben viel freier und vertrauter als mit starren Regeln und tausenden Verboten.

Die aufrichtige Art mit der einem in Bali begegnet wird rührt mich. Jeder sieht dir in die Augen, grüßt dich, sogar wenn du nur am Roller vorbei fährst.

Wir werden bestimmt wieder kommen, vielleicht nach Bali, wahrscheinlich aber auf eine andere indonesische Insel, denn die Menschen hier werden wir wahrlich vermissen!
Jetzt sind wir erst mal nach Thailand gereist. Wohin genau und wie die Reise war, schreiben wir im nächsten Artikel.

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5 Gedanken zu „Bali – Freundliche Schattenseiten

  1. Ein sehr schöner ausführlicher Bericht. Danke. Meine große Tochter, die wir letztes Jahr in Thailand getroffen haben, war vorher auch für 2 Monate in Bali und hatte ähnliche Erfahrungen. Ich würde schon gerne mal nach Indonesien. Dann aber vielleicht doch eher auf eine kleine Insel. LG Dagmar

    • Hee Dagmar, da kann ich dir die Insel Gili Meno ans Herz legen. Eine kleine ruhige Insel, ohne Verkehr und schöne Beaches. Mit dem Boot erreicht man schnell die anderen Gili Inseln oder die größere Insel Lombok. Schau Dir mal unseren Blog über unsere Reise mit 2 Kindern im Juni/Juli an.
      Liebe Grüße
      Wild and Free Kidstravel
      http://www.wildandfree-kidstravel.de/

      • Gili Meno mit Kindern können wir nur eingeschränkt empfehlen. (Im November) gab es so viele Moskitos, daß ab 17 Uhr kein Aufenthalt draußen mehr möglich war. Es waren Heerscharen. Unaushaltbar.

  2. Was sicher stimmt, ist dass Bali ziemlich müllig ist.
    Und (auf den ersten Blick) keine weißen Postkarten-Stände hat.
    Aber für mich ist es dennoch das Pardies.
    Ich wohne im Süden (Canggu) und die Kombination aus Locals, Expats, Surfern und Unternehmern ist überragend. Einen Besuch im Dojo Coworking kann ich euch sehr ans Herz legen. Das Team ist klasse. Es gibt jede Woche mehrere Events und die Community ist Wahnsinn. Das, und die Sonne, die Früchte ;), die Balinesen, die Tempel, Reisefelder, die Wasserfälle, die Nähe zum Meer, die Freiheit und Sicherheit, sind es mir lange wert.
    Viel Spaß in Thailand. Auch mein nächstes Reiseziel.

    • hei, wie schaut es bei euch mit kindern aus? lebt ihr dort in gemeinschaft bzw nachbarschaft oder ist es eher – ausschliesslich – ein platz zum coworken?
      herzliche grüße katrin

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