Wir werden leichter

Vor unserer Abreise nach Thailand hatten wir noch ganz schön viele Dinge, die eigentlich für die Reise mit unserem Bus gedacht waren. Die müssen jetzt alle weg. Einen großen Teil davon haben wir schon verschenkt, das ging zum Glück ziemlich schnell. Ein paar Dinge verkaufen wir gerade noch, es wird aber nicht mehr allzu lange dauern, bis unser Leben in zwei Schränke passt.

Abschied von Josefine

Ich bin ganz aufgeregt und freue mich verkünden zu dürfen, dass wir unseren Bus Josefine verkauft haben. Sie steht jetzt im Burgenland bei einer sehr lieben Freilerner-Familie mit ihren zwei Kindern, die bis jetzt in einem Wohnmobil gewohnt hat. Mit dem Bus hat sich ihr trockener Lebensraum bedeutend vergrößert und die fertig installierte Solar-Anlage kommt wie gerufen.Wenn du unsere alte Josefine mal sehen möchtest, wäre das einen kleinen Ausflug Wert. Mira und Tino freuen sich auch über Besuch und Austausch mit Gleichgesinnten. Die beiden wollen im schönen sonnigen Burgenland einen Ort der Begegnung und Freien Bildung schaffen. Mich hat ihr kleines Paradies sofort begeistert und ich habe mich gleich verbunden gefühlt.

Die Überstellung war aufregend. Ich bin mit dem Zug in der Nacht nach Salzburg gefahren, die Werkstatt war so lieb und hat uns den Bus fahrbereit vors Firmengelände gestellt. Ziemlich müde bin ich dann noch etwa 1-2 Stunden lang gefahren, bis ich direkt am Wolfgangsee im Salzkammergut auf einem Rastplatz übernachtet habe. Schlafsack und warme Decken waren mit im Gepäck und die habe ich auch gebraucht: Es wurde ziemlich kalt. Lina hatte mir zuvor geraten, ich solle doch einfach eine warme Decke auf den Boden legen und das habe ich auch getan. Sie ist wirklich sehr besorgt um ihren Papa.

Am nächsten Morgen hat mich eine atemberaubende Szene begrüßt. Die letzte Fahrt ins Burgenland war aufregend und ich wünschte sie hätte länger gedauert, ein paar Tage vielleicht. Ich habe es genossen, an einigen Plätzen mit toller Aussicht einfach zu halten, auszusteigen und die Natur zu genießen. Österreich kann sehr schön sein. Leider hatte ich nur ein billiges Handy mit einer ziemlich schlechten Kamera dabei, aber man kann erahnen wie schön es war.

Im Burgenland angekommen musste zuerst mal das Klavier ausgeladen werden. Die Fahrt über den Acker (der Bauer wusste natürlich davon) war auch ziemlich spannend, da die Erde unter den Tonnen Gewicht leicht nachgab und das Feld abschüssig war. Das Abstellen hat dann noch eine ganze Weile gedauert, weil wir möglichst wenige blühende Äste beschädigen wollten. Nun steht er da inmitten einer wunderschönen Landschaft und bietet der Familie ein neues Zuhause

Duffy darf ins Paradies

Auch mit Duffy, unserem kleinen Chihuahua-Mischling, haben wir eine tolle Lösung gefunden. Als wir in Thailand waren, ist Duffy bei einer lieben Freundin untergekommen. Dort hat er das Paradies auf Erden erlebt: Fressen so viel er will (er hat ordentlich zugelegt), einen Hundefreund zum Spielen, regelmäßige Spaziergänge und im warmen Menschenbett schlafen. Wir hatten uns schon überlegt, ihn gleich dort zu lassen, aber nachdem es der Hund unserer Tochter Lina ist, wollten und konnten wir das nicht für sie entscheiden. Wir haben Duffy also wieder abgeholt, doch irgendwie hat es ihm bei uns gar nicht mehr gefallen. Er hat sich den ganzen Tag nur auf seinen Platz verkrochen und war froh, wenn er seine Ruhe hatte. Als ich Lina dann einfach gefragt habe, was sie davon hält, ihn wieder zurück zu seinem Hundefreund zu bringen und dort zu lassen, war sie zu meiner großen Überraschung einfach einverstanden. „Weil es ihm dort besser geht.“ Kinder können dich jeden Tag aufs Neue verblüffen, ihre Empathie reicht tiefer als wir es uns vorstellen können.

Oneway-Ticket Richtung Indonesien

Seit wir wieder da sind überlegen wir, wann, wohin und wie lange unsere nächste Reise sein soll. Wir wollten definitiv wieder nach Asien und die Reise sollte lange dauern, so viel stand fest. Eigentlich sollte es gar keine Reise werden sondern unser Leben. Wir wollen nicht mehr zurück kommen weil wir müssen, sondern weil wir es wollen, um die Sommerzeit in Europa zu geniessen bis wir wieder weiter ziehen.

Während unserer Thailand-Reise haben wir mit einigen Familien gesprochen und viele schwärmten von den vielen Früchten in naturbelassener regionaler Bioqualität auf Bali, eine wunderschöne Insel mit herrlichem Klima. Nun gut, nach langer Flugsuche haben wir einen mit optimalen Flugzeiten gefunden und auch gleich gebucht. Ende Juli geht es für uns also endlich wieder los, wir fliegen auf Bali und freuen uns schon sehr, denn diesmal haben wir kein Rückflugticket. Wir werden viel reisen, viele Dinge erleben, viele Menschen treffen und viel zu berichten haben. Wir sind immer auf der Suche nach günstigen, einfachen Unterkünften, am liebsten möglichst nahe bei Einheimischen. Wir werden voraussichtlich einen Monat auf Bali oder Java verbringen, dann einen Monat in Malaysia um dann ganz im Norden von Indonesien noch mal ein bis zwei Monate zu verweilen. Danach zieht es uns über die Gili-Inseln nach Australien ans Great Barrier Rief und zu den Kängurus Alles weitere entwickelt sich nach und nach. Wie immer bei unseren Plänen gilt: Die ändern sich ständig.

bali

Wart ihr schon mal in Indonesien, Malaysia oder Australien? Habt ihr vielleicht Tipps für uns, Reiseberichte oder Orte die wir unbedingt sehen müssen? Gerade in Australien ist das Leben sehr teuer und wir würden liebend gerne auf einer Farm wohnen.

Celebrate Unschooling Festival

Vom 16.-19. Juni sind wir übrigens beim Celebrate Unscooling Festival in Diepoldsau in der Schweiz. Es wäre toll, wenn wir einige von euch dort (oder auch davor oder danach) in der Gegend treffen könnten, wir haben den ganzen Juni Zeit und Lust, Familien zu treffen und viel zu unternehmen. Schreibt uns einfach, wir freuen uns auf euch!

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  • Wer ist die Road Family?

    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

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6 Gedanken zu „Wir werden leichter

  1. Hallo, ihr Lieben. Das hört sich alles sehr aufregend an. Kennt Ihr Servas? Das ist sozusagen die Urmutter aller Couchsurfingsclubs, gibt es schon seit 1948 und hat einige Gastgeber in Australien. Wir haben bei unseren Reisen oft bei Servasgastgebern übernachtet und sind selbst auch Gastgeber. Meine große Tochter war gerade ein Jahr in Australien und hat da gearbeitet. Sie kann euch sicher Tipps geben. Ich könnte euch dann ihre Mailadresse schicken. Bei uns geht es im Winter sicher auch wieder nach Asien. Liebe Grüße Dagmar

    • Hi Dagmar!
      Danke für den Tipp. Da kommen wir gerne darauf zurück wenn wir bei Zeiten nichts Passendes finden, vielen Dank!
      Alles Liebe und schöne Reise nach Asien

    • Ja total schade, dass es genau zur gleichen Zeit ist. Ich finds aber auch vergleichsweise sehr teuer – und der See in der Schweiz ist einfach zu bestechlich. Zudem finden sich dort Freilerner aus der Schweiz, Österreich und Deutschland ein, was es viel spannender macht.

  2. Toller Blogartikel, das macht mich gleich ganz neidisch, obwohl wir auch sehr viel mit den Kindern reisen und unterwegs sind. Freut mich sehr für Euch dass es nun bald losgeht! Bin schon gespannt auf Eure nächsten Berichte! Liebe Grüße, Angelika

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