So geht es mit uns weiter

Es ist drei Uhr Früh und der Jetlag hat mich fest im Griff. Eben hab ich Aurélie wieder in den Schlaf getragen und konnte nicht mehr einschlafen. Daher habe ich beschlossen euch die letzten Eindrücke von unserer Reise zu schildern und schreibe diesen Artikel.

Ein sehr aufregendes Erlebnis hatten wir am Secret Beach. Wir waren mit sehr vielen Fischen schnorcheln, sogar richtig große Papageinfische waren dabei. Man konnte sie tatsächlich füttern! Nicht nur für Lina war das unglaublich aufregend. Sie war mit Papa im tiefen Meer schwimmen … ohne Schwimmhilfe

Ein riesiges Lagerfeuer haben wir einen Abend am Strand gemacht. Wunderschöne Stimmung mit tollen Menschen und inspirierenden Gesprächen. Eine ganz besondere Bekanntschaft ist Luke, der verrückte Australier, der mit Hannah, seiner bezaubernden Frau und Harmoni Chinta, seiner 10 Monate alten Tochter, gleich neben unserem Resort wohnen. Sie feierten ihren zweiten Hochzeitstag und Luke’s Geburtstag, zwei Tage vor unserer Abreise. Auch hier gab es trotz stärkerem Wind ein riesiges Lagerfeuer in einer tiefen Sandgrube. Veganes Buffet, wo jeder etwas mitgebracht hatte. Diesmal war sogar ein Mann mit Gitarre dabei, welcher eigentlich an keinem Lagerfeuer fehlen darf. Es war ein fantastischer Abend.

Die letzten Tage im Paradies waren etwas verregnet und stürmisch. Aurélie war leider einige Tage krank. Sie hatte sehr hohes Fieber, sodass wir nach zwei Tagen beschlossen haben, ins „First Western“ Spital zu fahren, um eine Dengue-Infektion auszuschließen. Das konnten wir erfreulicherweise auch. Sie hatte lediglich eine Virusinfektion. Welchen Virus konnten sie uns leider nicht sagen, tippten aber auf Masern, da sie einen masernähnlichen Ausschlag hatte. Jetzt können wir sagen, es waren auch nicht die Masern. Es scheint fast so, als war es das Drei-Tages-Fieber, welches von Herpesviren ausgelöst wird. Die Tropen beherbergen eben nicht nur wunderschöne Schmetterlinge und Papageien, sondern auch viele Bakterien und Viren.

Am letzten Tag haben wir versucht, ein Gruppenfoto von allen Familien zu machen, es war fast unmöglich, alle zur gleichen Zeit an den gleichen Ort zu bewegen. So haben wir zwar Fotos gemacht, aber darauf fehlen immer noch ganz liebe Menschen unserer „Big Family“ Ach, wie ich sie vermisse!

Die Rückreise zum Flughafen war entspannt und hat uns weniger als die Hälfte der Hinreise gekostet. Es ist also immer Potential nach unten Wir haben diesmal die Speed-Fähre genommen und das ganze Paket gleich direkt am Hafen auf Koh Phangan gebucht. Dann sind wir mit einem großen Doppeldecker-Reisebus von Surathani nach Phuket gefahren. Mit einem Zwischenhalt an einem „Restaurant“ … wohl eher Massentourismusabfertigungsanlage. Das Essen war unglaublich eklig und ich würde dort nur noch geschnittene Früchte kaufen. Wir hatten das Glück, ganz oben vorne im Bus zu sitzen. Die Kinder hatten somit eine Spiel- und Liegefläche, welche sie auch gleich für ein Nickerchen genutzt haben.

Der Flughafen in Doha ist wahnsinnig kinderfreundlich, überall wird man vorgebeten um ja nicht zu lange warten zu müssen. Zwei wirklich tolle Spielplätze, wo sich die Kinder vorm Flug so richtig austoben können.

Bei unserer Ankunft am Flughafen Wien Schwechat bietet sich das gleiche Wetter wie beim Abflug: Grau in grau, Sturm und Regen, ein trister Anblick. Der einzige Lichtblick war Satnam, der uns mit seiner unglaublichen Herzenswärme am Flughafen empfing. Wir durften auch sogleich erfahren, dass seine Frau Ira für uns gekocht hat und wir zum Essen eingeladen sind, in weiser Voraussicht, dass wir wohl nach zwei Tagen Reise etwas ausgehungert ankommen werden. Danke für diese unglaubliche Herzlichkeit, eure Verlässlichkeit und Freundschaft. Wegen Linas wahnsinniger Vorfreude auf Oma und ihren Hund Duffy holten wir natürlich unser fehlendes Familienmitglied gleich nach der Stärkung ab. Die Freude war herzerweichend. Trotz all den schönen Dingen hier, wollte von der wundervoll friedlichen Insel Koh Phangan eigentlich niemand weg. Wir vermissen die vielen Familien, das wunderbare Wetter und die Freiheit, jeden Tag das zu tun was wir lieben, das Meer, die Strände, die warme Sonne und das Pool. Theo hat es ganz treffend formuliert: „Warum fahren wir nicht wieder nach Hause …“ – er meinte damit unser Bungalow in Chaloklum.
Nun, wir kommen wieder, so viel steht fest. Zu Hause ist, wo wir frei sind, wo unser Herz ist, wo die Familie ist.

Jetzt sind wir drei Tage wieder zurück und sehr langsam stellen sich die Kids wieder auf die Ortszeit um. Bisher sind sie jeden „Morgen“ um ein Uhr Nachts aufgestanden, was ja auf Koh Phangan sieben Uhr Früh wäre. Alles war durcheinander. Aber nach einem „Mittagsschlaf“ gestern um neun Uhr Früh scheint alles wieder geregelte Bahnen zu gehen. Zumindest uhrzeittechnisch

Warum sind wir zurück gekommen?

Wir haben eine Entscheidung gefasst. Wir werden unseren Bus verkaufen.

Wir haben die Leichtigkeit des Reisens ohne jegliche Verpflichtungen kennen und lieben gelernt. Keinen Bus, um den man sich kümmern muss, keine Dinge die in dem Bus sind, die man putzen und pflegen muss. Einfach nur unsere paar Sachen im Gepäck. Viel mehr Zeit, viel mehr Freiheit.
Was wir definitiv noch machen ist weiter abspecken, selbst in unseren 3 Koffern und 2 Rucksäcken haben wir noch viele Dinge, die wir nicht gebraucht haben.

Fraglich wäre überhaupt, ob man mit so einem 12-Meter-Bus auf eine Insel wie Koh Phangan gekommen wäre? Die Küstenstraße hätten wir definitiv nicht nehmen können, es war teilweise so steil, dass wir mit dem Roller fast nicht hinauf gekommen sind. Und oben angekommen eine scharfe „Spitze“ und dann wieder steil nach unten. Ich denke wir wären aufgesessen

Wenn wir wirklich mal mit einem Expeditionsmobil, Wohnmobil oder Auto reisen möchten, kaufen wir eines und verkaufen es dann wieder, oder mieten es einfach. Dann fallen all die Folge- und Wartungskosten weg. Wir müssen uns um keine Plaketten, Überprüfungen, Unterstellplatz oder andere technische Details kümmern.

Hier in Österreich wollen wir nun all unsere restlichen Dinge verkaufen. Es wird wahrscheinlich noch mal einen Flohmarkt geben. Unser Haus bleibt vermietet. Die Wohnung im Haus von Geralds Mama möchten wir behalten. Sie wird noch ein wenig adaptiert und wird uns dann als eine Art „Homebase“ dienen. Wenn wir in Österreich sind, können wir hier wohnen und gerade die Kinder genießen die Nähe zu ihrer Oma und ihrem Lebensgefährten Hans. Auch die beiden können mit den Kindern uneingeschränkt leben, wie in einem Mehrgenerationenhaus. Schön ist das.

Lina und Theodor haben wieder so eine Freude am Spielen miteinander. Auch all das Spielzeug wird wieder entdeckt, welches sie nicht mitnehmen konnten. Vor allem Lego, Stofftiere und die Bobby-Cars werden fleißig genutzt

Unser Plan, wobei sich der ja bekanntlich ständig ändern kann, sieht vor, dass wir spätestens Ende Mai wieder los wollen. Wohin? Irgendwie zieht es uns nach Afrika. Mal sehen. Eines steht auf jeden Fall fest: Im August und September sind wir mit unseren Freunden Lara, Oli und den Kids der FitForFamily unterwegs. Darauf freuen wir uns schon sehr. Wir möchten dann auch unser gemeinsames Projekt abschließen, von dem wir euch bei Gelegenheit erzählen.

  • Willst auch du frei und glücklich leben?

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  • Wer ist die Road Family?

    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

    Mehr über unsere Familie

8 Gedanken zu „So geht es mit uns weiter

  1. Liebe Roadfamily

    Oh, welche Neuigkeiten! Euer Entscheid freut mich sehr, auch wenn er mich überrascht. Von Herzen wünsche ich euch eine gute Zeit in Österreich und weiterhin viele wunderschöne Erlebnisse in der Welt.

    Ich grüsse euch herzlich
    Sonja

    • Liebe Sonja,
      tja, was soll ich sagen, außer: Du hattest so Recht!
      Noch vor ein paar Wochen hast du mich gefragt, ob wir denn unseren Bus nicht ganz weggeben möchten, und ich habe das ganz entschieden verneint.
      Es war ein langsamer Prozess, aber deine Frage blieb stets in meinem Kopf. Heute kann ich sagen: Ich danke dir von Herzen dafür!
      Alles Liebe in die Schweiz und eine wunderbare Woche,
      Gerald

      • Lieber Gerald,

        Oh danke für den lieben Dank. Schön, dass ihr jetzt selber euer „Schneckenhaus“ seid. Ich bin gespannt auf eure nächsten Berichte und drücke euch die Daumen für euer Projekt.

        Herzlichst
        Sonja

  2. Hallo Ihr lustigen 5!

    Das ist mal eine Überraschung. Jetzt folge ich Euch schon eine Weile und habe mich auf Euer wartendes Busabenteuer gefreut und jetzt komplett neue Richtung! Grandios- finde ich toll. Wir sind ebenfalls seit letzten Jahr unterwegs- im Wohnwagen und PKW- abgemeldet und los- vorerst Europa. Im Winter 2016 soll es weiter weg ( Südamerika o.Asien) – ohne Wohnwagen nur mit Rucksack- so wie ihr und auch wir wollen sehen ob wir mit weniger auskommen. Deshalb ist das so toll das ihr Euren Herzen folgt- auch wenn es nicht immer einfach ist!! Weiter so. Wir denken an Euch- alles Liebe Diana von Aeroh Travel Kitchen

  3. Wirklich interessant und danke für das Teilen Eurer Erfahrungen! Es tut gut, das heißt ist inspirierend, regt zum Nachdenken an und erweitert den Horizont zu sehen, wie „man“ „es“ auch anders machen kann.
    Vermutlich ist es eine Mischung aus Bewunderung, Neugier, „Neid“ (dass Ihr solche Schritte wagt) und Skepsis, aber verratet Ihr auch, wie Ihr bislang finanziell über die Runden kommt bzw. in Zukunft kommen wollt? Ich kann mir vorstellen dass Ihr nicht mehr so viel braucht wie „vorher“, aber dennoch stelle ich es mir schwierig vor.
    Ist Geralds Karenz (Bildungskarenz?) an Bedingungen geknüpft, also an den Nachweis von Bildungsmaßnahmen, und falls ja, verratet Ihr, in welcher Form er diese absolviert?

    • Hallo liebe Agnes!

      Schön, dass dir unser Weg gefällt und ich freue mich von dir zu lesen.
      Was, wenn ich dir sage, dass auch du frei und unabhängig um die Welt reisen kannst?
      Du bist nur eine Entscheidung davon entfernt, und diese Entscheidung betrifft nicht deinen Geldbeutel oder andere Sorgen.
      Was dazu nötig ist, ist ein anderes Mindset; eine neue innere Haltung den Dingen gegenüber. Kurz gesagt: Vertrauen statt Angst!

      Zu unserer finanziellen Situation werden wir demnächst einen Artikel veröffentlichen, weil wir fast täglich danach gefragt werden.
      Meine Karenz ist eine Babykarenz, ich muss mich also nicht weiterbilden. :-p
      So viel kann ich dir schon verraten: Wir sind nicht von irgendwelchen temporären Zuschüssen oder Zahlungen abhängig.
      Noch vor einem Jahr hatte unser Kontosaldo ein Minus davor. Heute könnten wir ein Jahr lang in Thailand leben, ohne nur einen Cent zu verdienen.

      Alles Liebe und schöne Grüße nach Wien,
      Gerald

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