Nach dem Hoch ein Tief

Wir waren auf gutem Kurs, der Umzug geschafft, viel verkauft, verschenkt, Haus vermietet an wirklich nette Mieter, Josefine fast fertig ausgebaut und in der Werkstatt, um ein paar Kleinigkeiten richten zu lassen. Spurstange tauschen, löchrigen Auspuff tauschen, Bremsflüssigkeit erneuern, Stoßdämpfer tauschen, Türen einstellen – kostet zwar ein bisschen was, aber damit haben wir gerechnet. Keine große Sache.

Unser Bus ist endlich in einer Werkstatt angekommen. Nachdem wir uns unbeholfen durch das Netz gewühlt hatten, keine brauchbaren Ersatzteile fanden, geschweige denn alternative (etwas günstigere) Werkstätten, haben wir uns letztendlich dazu entschlossen, ihn zu der erstbesten des Herstellers zu bringen.

Nachdem Gerald den Bus dort hin brachte – mit der Info, sie würden nur 2 Tage brauchen – stand er nun eine Woche herum und der Chef wollte dann, nach oftmaligem Nachfragen was denn so lange dauert, ein persönliches Gespräch führen. Nun gut, also fuhr ich einen Freitag vor der Arbeit hin, wir malten uns schon aus, dass sie uns vielleicht einen zuvor beantragten Sonderrabatt gewähren würden, jedoch weit gefehlt. Bei dem Gespräch stellte sich heraus, dass sie uns abraten, das Fahrzeug zu reparieren, da der Rost an Unterboden und vor allem an der Hinterachse doch sehr fortgeschritten wäre und der zuerst ausgebessert gehört. Leider hat man das beim Kauf und der Überprüfung nicht gesehen, weil… gute Frage. Wahrscheinlich, weil ein Blick über die Hinterachse nicht so leicht ist. Hm … das war ein Schlag in die Magengrube.

Die Werkstatt würde uns eine Foto-Dokumentation schicken und eventuell eine Adresse einer Werkstatt in Ungarn, das gab uns etwas Hoffnung. Die Foto-Dokumentation bräuchten wir, damit man in etwa eine Preisschätzung bekommt, die meisten aber lehnen das komplett ab und sagen, sie müssen das Fahrzeug sehen.

Ja, aber wie denn? Wir bekommen ohne gültigen TÜV-Bescheid keine Zoll-Kennzeichen und somit können wir auch nicht von Werkstatt zu Werkstatt tingeln um Angebote einzuholen.

Die Woche danach stellte sich heraus, dass der Chef der Werkstatt offensichtlich all das Versprochene nie vorhatte zu halten und er wurde ziemlich ungehalten am Telefon. Wir sind keine Großkunden und offensichtlich wollte er uns absichtlich Steine in den Weg legen. Nach ewigem Hin- und Her wurde dann ein Reparaturtermin für die zweite Woche 2016 (!) angeboten. Ein schlechter Scherz.

OK, wieder am Überlegen und Suchen, was wir denn nun machen. Eine empfohlene familiär geführte Werkstatt hatte leider auch erst im Jänner Zeit. Für die nächste haben wir uns dann entschieden, also am Donnerstag auf nach Salzburg. Ein weiter Weg.

Aber ein viel besseres Gefühl, viel nettere Menschen. Wir fühlten uns sofort gut aufgehoben und beraten. Die Arbeiten seien bis Ende nächster Woche abgeschlossen, wir haben eine Anzahlung geleistet und uns auf die Abholung gefreut.

Und am nächsten Tag kam der Anruf.

Der nette jüngere Herr von der Reparaturannahme, der seit 27 Jahren im Unternehmen arbeitet und mit Bussen quasi seit seiner Kindheit aufgewachsen ist, hat Klartext geredet. Sie haben die Roststellen über der Achse genau untersucht und festgestellt, dass die Hauptträger zu stark durchgerostet sind. Eine Reparatur ist zwar möglich, aber sehr, sehr teuer, weil hierfür die Achse ausgebaut und der Boden aufgemacht werden muss. Damit nicht genug: Dann weiß man nie, wie weit der Rost in weitere statisch relevante Teile vorgedrungen ist. Aus Erfahrung hat er davon einfach abgeraten, weil die Kosten tatsächlich in den fünfstelligen Bereich explodieren können.

Wir fielen aus allen Wolken. Tatsächlich, es hat sich wie ein langer Fall ins Nichts angefühlt. Gerald war den halben Tag sehr geknickt, immerhin hat er hunderte Stunden im Bus verbracht, um ihn wohnlich zu machen. Und er war beinahe fertig! Und der Bus fährt so gut, er ist technisch perfekt in Ordnung. Wenn da nicht die Hauptträger rosten würden…

Wir bekamen vom Mechaniker noch ein paar Tipps und einen guten Kontakt, der sowohl bei der Reparatur als auch bei der Beschaffung eines neuen Busses behilflich sein kann. Das war total nett vom Mechaniker, erst recht wenn man bedenkt, dass er seiner Werkstatt damit sehr viel Geld vorenthält. Doch er konnte es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, uns genau wie alle anderen abzocken zu wollen.

Wie wir es drehen und wenden, aus dem fünfstelligen Bereich kommen wir nicht heraus.

Am nächsten Tag waren wir froh. Nicht, weil sich über Nacht etwas verändert hätte, aber wir haben endlich einen Menschen gefunden, der es gut mit uns meint, sich seinem Gewissen verpflichtet fühlt und uns tatsächlich aufrichtig helfen möchte.

forrest-gump

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man kriegt.“ — Forrest Gump

Was wir genau tun, werden wir die nächsten Tage entscheiden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten … 

  1. Einen anderen, annähernd baugleichen Bus zu kaufen und alles umzubauen; alles vom einen Bus ausbauen, in den anderen einbauen. Nicht ganz so viel Arbeit, die derzeit beste Alternative, da wir einen (komplett rostfreien) in Aussicht haben, mit dem wir wirklich Glück haben könnten.
  2. Den Bus in Rumänien bei einer Werkstatt schweißen zu lassen, jedoch ist das genaue Ausmaß fraglich, und ob man an all die Problemzonen von unten ran kommt ebenso.
  3. Einen komplett anderen Bus zu kaufen?
  4. Und die letzte Möglichkeit, unsere Josefine zu behalten und sie nur kosmetisch herrichten zu lassen. Das ist zwar halbwegs kostengünstig möglich, aber keine besonders gute Idee. Schließlich wollen wir nichts kaschieren, verdecken und schummeln. Wir fahren mit drei Kindern um die Welt und wünschen uns nicht, dass beim erstbesten Schlagloch die Hinterachse wegbricht…

Warum haben wir einen rostigen Bus ausgebaut? Zum Zeitpunkt des Kaufs und der Überprüfung war uns vom gravierenden Schaden über der Hinterachse nichts bekannt. Natürlich haben wir Rost gesehen, unter dem Gepäckraum, an ein paar Ecken und oberflächlich am Außenkleid. Aber natürlich nicht über der Hinterachse.

Noch etwas kommt dazu, was wir erst jetzt erfahren haben: Kässbohrer-Setra, der Hersteller, hat die Träger damals serienmäßig mit PU-Schaum ausgesprüht. Obwohl das weder einen statischen noch isolationstechnischen Vorteil bringt. Ganz im Gegenteil, es bringt eigentlich nur Nachteile. Einige nehmen an, dass dies ein Akt der Geplanten Obsoleszenz war. Schaum in den Formrohren zieht mit der Zeit Feuchtigkeit an, begünstigt und beschleunigt dadurch die Rostbildung. Nicht nur von außen, sondern blöderweise auch von innen. Das passiert sehr lange unbemerkt.

Waren wir zu naiv? Vielleicht. Naiv, leichtgläubig, voreilig. Enthusiastisch, euphorisch, passioniert.

Manche von euch werden sich jetzt sicher denken, wir haben nicht alle Tassen im Schrank. Das mag stimmen Wir haben uns ein Ziel gesetzt und werden es erreichen. Sollen wir jetzt etwa aufgeben? Die Frage an sich fühlt sich für uns einfach lächerlich an. Wir haben schon so viele Höhen und Tiefen erlebt – und gemeistert.

Das passiert, wenn man vorgefertigte Wege verlässt und auf sein Bauchgefühl vertraut. Es kann sehr Schönes passieren – und manchmal auch weniger Schönes. Aber es passiert etwas! Unser Abenteuer ist noch lange nicht zu Ende, bevor es begonnen hat.

Diesen Artikel haben wir geschrieben, weil wir euch keine ausschließlich wunderbare, heile Märchenwelt vormalen wollen. Es gibt extreme Tiefen, und wir sind gerade mittendrin. Wichtig ist, wie man sie betrachtet und was man daraus macht. Wir sind fest entschlossen, unsere Reise wie geplant im Jänner oder Februar zu beginnen.

Ein Traum kann nur Wirklichkeit werden, wenn man nicht gleich die erstebeste Ausfahrt nimmt und die Täler zwischen den Bergen überbrückt!

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  • Wer ist die Road Family?

    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

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37 Gedanken zu „Nach dem Hoch ein Tief

  1. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr einen Weg aus eurem Tief finden werdet. Ich bin überzeugt, dass alles seinen Sinn hat im Leben, auch wenn dieser Sinn im Tief so gar nicht fassbar ist. Beim Lesen des Textes kamen mir spontan einige Gedanken. Gerne teile ich sie euch einfach mit. Vielleicht findet ihr sie naiv, unsinnig oder unangebracht, vielleicht könnt ihr auch einen Impuls bekommen. Nehmt es einfach so, wie ihr es braucht.

    1. Weshalb wollt ihr im Januar/Februar 16 los? Was drängt euch auf diesen Termin?
    2. Ihr fühlt euch freier und leichter, je mehr ihr an materiellen Dingen loslässt. Das interpretiere ich aus euren Berichten. Braucht ihr wirklich einen Bus?
    3. Könnte eure Weltreise auch anders als mit einem „riesigen“ Bus starten?
    4. Wohin soll euch eure Reise bringen? In Kanada erlebte ich total zwei verschiedene Welten. Ich war wild campieren mit einem Zelt und erlebte Natur wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich war dann auch noch mit einem Camper (Miniausgabe von eurem Bus) unterwegs und da erlebte ich eine ganz andere Welt mit vielen tollen Begegnungen mit Menschen, jedoch nicht in der Natur.
    5. Ihr schreibt von einem Traum, den ihr verwirklichen möchtet. Ich erkenne euren Traum jedoch in euren Texten nicht konkret. Könnt ihr mir euren Traum in wenigen Sätzen beschreiben?

    Ich grüsse euch herzlich und wünsche euch viel Kraft und Geduld. Möge euer Traum in Erfüllung gehen.

    Liebe Grüsse
    Sonja

  2. Liebe Bianca, lieber Gerald! Ich habe einen richtigen Knoten im Magen vom Lesen des Artikels und fühle sehr mit Euch! Das ist ja echt gemein aber ich denke auch, dass es im Nachhinein sicher für irgendetwas gut ist. Und wenn nur dafür, dass Euch nicht ab vom Schuss die Achse bricht… Wir hatten mit unserer Werkstatt leider auch überhaupt kein Glück. Wochenlang ist nichts passiert, wir wurden nur angelogen und den Schaden, den sie beim Ausparken verursacht haben, hätten sie uns vorenthalten, wenn Oli ihn nicht zufällig entdeckt hätte. Die angebotene Rücknahme des Fahrzeugs in letzter Instanz ist ebenfalls nicht zustande gekommen, weswegen wir gestern wieder völlig spontan umplanen und einen 6-Monats-Stellplatz organisieren mussten. Jetzt sind wir erst mal weg und machen eine kleine Wohnmobil-Nerven-Pause. Trotzdem freuen wir uns auf den Sommer, wenn wir Jupiter endlich komplett fahrtüchtig machen werden… Alles Liebe für Euch, ich bin sicher, Ihr findet den richtigen Weg!!!

  3. Liebe Bianca und Gerald! Ich kann mir gut vorstellen, dass die Nachricht über den wirklichen Zustand von „Josefine“ erschütternd gewesen ist! Ich bin mir aber sicher, dass alles Bestimmung ist und wir diese Bestimmung im Vertrauen auf das Universum und unseren Schutzengeln auch leiten können. Ich denke es geht nicht wirklich darum wieviel „Wehwehchen“ Josefine hat und wieviel die Reparatur kostet. Es geht vielmehr darum sich ohne zeitlichen und finanziellen Druck zu visualisieren dass zur richtigen Zeit das Geld für die Reparatur vom „Universum geschenkt“ zur Verfügung steht. Ist doch ein lächerlicher Betrag im Vergelich wieviel Geld tagtäglich völlig sinnlos in den Mühlen der EU versinken! Aber ich möchte hier nicht politisieren sondern aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Nach meiner Amputation (beide Unterschenkel und neun Finger) in 2009 wünschte ich mir irgendwann wieder mobil zu sein. Ich bekam Prothesen und lernte damit zu gehen. 2010 stand mein „Bub“ – ein Chevy Van G20 mit Wohnmobileinrichtung vor unserem Haus. Er ist neben meiner Frau und meinen Hunden die „wichtigste Person“ in meinem jetztigen Leben. 2012 bekam ich wegen dem leidlichen Thema Rost kein Pickerl dafür. Die Reparatur kostete 6500 Euro. Seitdem ist wieder alles Palletti und ich bin mittlerweile damit schon durch halb Europa gereist. Der Punkt ist – meine Frau und ich haben in dieser Zeit NIE über etwaige Geldreserven verfügt aber wenn welches gebraucht wurde war es plötzlich vorhanden! Wir sprechen mit unseren Schutzengeln, leiten unsere Gedanken und Wünsche ans Universum weiter und vertrauen dem Universum an der Umsetzung. DAS FUNKTIONIERT NUN SEIT 2009 OHNE AUSNAHME UND ICH KÖNNTE MIT SICHERHEIT EIN DUTZEND DICKE BÜCHER SCHREIBEN ÜBER ALLE JENE „ZUFÄLLE“ DIE UNS UNENTWEGT BESCHERT WERDEN! Das wichtigste ist, sich jedesmal offen und aufrichtigen Herzens zu bedanken. Nun, liebe Bianca und Gerald – ich bin sicher, dass ihr euren Weg gehen werdet – mit „Josefine“ und den Kindern – ihr müsst nur fest daran glauben. In aufrichtigen Respekt über eure Visionen grüßt euch herzlich – Hans

  4. Ich will ja nicht erwähnen, das ich mir sowas schon gedacht habe..da es schon ein älteres Modell ist. Anyway ich teile euren Traum mit euch,den ich habe den selben. Ich finde eure Sache super cool und gebt nicht auf..Wahrscheinlich ein Zeichen dafür einen noch besseren Bus zu bekommen?! Wer weiss.. ich wünsche euch viieel Glück..Wir sehen uns auf halber Strecke mit einem Hubkonzert Alles Liebe

    • Danke!
      Das Alter per se ist kein Problem. Es gibt einige, teils noch ältere Modelle, die super in Schuss sind. Unseres ist eben sehr viel gefahren, dafür aber auch immer gut gewartet worden. Deswegen technisch auch super OK. Aber man hat stets die Metallschäden übersehen. Hätte es der Vorbesitzer rechtzeitig bemerkt, wäre die Reparatur eine Kleinigkeit gewesen…

      • Im Setra Veteranen Club gibt es einen Beitrag von P. Gutzeit über eine Werkstatt in Weißrussland…schreibt doch den Peter mal an, vielleicht kann der euch aus der tiefen Patsche retten….denn wenn ihr jetzt einen anderen Bus kauft, sind ja auch gleich mal wieder viel Geld weg, und eventuell hat dieser dann andere Macken.

        p***@***.de

        Grüße
        Jörg

    • Daran dachten wir schon, und das hatten wir auch ähnlich vor. Allerdings handelt es sich beim Schaden an den Hauptträgern um was wirklich Gravierendes. Du musst es dir so vorstellen, dass die eigentlich gar nicht mehr da sind. Das Material ist so porös, dass es bei Berührung zusammenbricht. Da hilft kein Korrisionsschutz der Welt mehr. Neuer Stahl gehört hier eingeschweißt…

  5. Ich drück euch die Daumen, das ihr bald an euer Ziel kommt und ihr eure Träume verwirklichen könnt. ..was ich nur nicht verstehe, warum ihr nach Szb. in eine Werkstatt fahrts, wo es in Nö genug Fahrzeugbauer gibt die den Bus fahrtauglich machen, vorausgesetzt es ist noch vertret- und machbar?! Warum so kompliziert-das kann ich nicht ganz nachvollziehen. … und das ihr das Fahrzeug in Österreich typisieren könnt benötigt ihr ja auch von der Reparaturwerkstatt eine Bestätigung über die ordnungsgemäße Ausführung der Reparatur etc.was mit Rumänien, etc.sicher nicht ganz einfach wird! Es ist nicht alles so einfach, wie man es gerne hätte. …lg

    • Es gibt in Niederösterreich genau drei vollwertige Bus-Werkstätten. Wir haben ja nicht irgendeinen Kleinbus, sondern einen 12-Meter-Reisebus. Normale Werkstätten und Karosseriebauer verfügen nicht über geeignete Hebeeinrichtungen, Gruben und Werkzeug. LKW-Werkstätten sind nicht geeignet, weil dort das nötige Know-How fehlt. Auch das haben wir probiert. Die hatten damals nicht mal den Behälter für die Bremsflüssigkeit gefunden… Da wird nur Arbeitszeit verschwendet.

      In Salzburg war die zweit-näheste Fachwerkstätte des Herstellers. Wir wollten keine Kompromisse mehr eingehen. Und soooo weit ist das auch nicht. Ich meine, wir wollen nach Südostasien, da ist Salzburg ein Katzensprung

      Eine Reparatur in Rumänien ist zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich unwahrscheinlich. Wenn dann würden wir ihn auch in Rumänien anmelden und versichern, weshalb es da keine Troubles gäbe – aber wie gesagt – sehr unwahrscheinlich. Wir wollen ein ordentliches Fahrzeug und keine zusammengeflickte tickende Zeitbombe.

      Es stimmt schon, manches ist nicht so einfach, wie man es gerne hätte. Aber im Umkehrschluss heißt das doch: Vieles ist so einfach wie man es gerne hat! Und darauf konzentrieren wir uns. Eher das Weiße und die schönen Farben sehen, als das triste Schwarz.

      Alles Liebe

  6. Liebe Sonja,
    danke dir für deine Überlegungen. Natürlich sind sie immer hilfreich

    Der Traum ist schnell skizziert, Fragen werden aber immer bleiben – auch für uns selbst. Wir alle (auch, oder vor allem unsere Kinder) wollen die Welt sehen. Wir wollen möglichst frei und unabhängig leben und uns mit anderen Lebewesen verbinden. Mit ihnen sprechen, vielleicht Workshops und Vorträge machen. Der Traum ist auch total nativ, er beherbergt einfach eine bessere Welt. Es gibt einige Themen, die uns beschäftigen, und für die wollen wir möglichst breit eintreten.

    Unsere Reise soll uns in erster Linie zu Menschen bringen. Nachdem unsere Kinder frei lernen, ist uns das ein besonderes Anliegen. Wir haben nicht vor, uns an Touristen-Hotspots zu hängen, sondern wollen ausschließlich wild campieren. Und so lange stehen bleiben, wie es uns gefällt. Damit auch eine gewisse Nähe zur Natur ermöglichen. Was teilweise natürlich an Doppelmoral grenzt, nachdem wir ja mit einem großen Dieselmotor angetrieben werden. Irgend einen Tod stirbt man aber unweigerlich.

    Nein, natürlich brauchen (im Sinne von Lebensnotwendigkeit) wir keinen Bus. Unsere Kinder brauchen aber Beständigkeit. Und die können wir ihnen nicht geben, wenn wir alle paar Wochen unsere Koffer packen und irgendwie weiter trampen, selbst nicht wissend wo wir morgen Abend schlafen werden. Für uns soll es ein Ort der Ruhe und des Rückzugs werden. Ich habe schon einige Länder gesehen, auch in Asien. Es ist manchmal total schön, einfach die Tür zu schließen und für dich sein zu können. Ich sehe den Bus als eine Art Schneckenhaus, ein beständiges kleines Häuschen, das immer mit uns fährt.
    Wir haben lange und gründlich darüber nachgedacht, und uns für diese Variante entschieden. Nach wie vor würden wir noch immer einstimmig und ohne Tunnelblick die selbe Entscheidung treffen.

    Nichts drängt uns zu einem Termin, aber wir haben uns selbst einen ungefähren gesetzt. Manche Arbeiten sind einfach nur anstrengend und machen nicht so viel Spaß, müssen aber trotzdem gemacht werden. Da hilft mir die Uhr im Rücken ein bisschen Ist sehr wesensabhängig. Der ungefähre Abreisetermin erleichtert zudem Planungen.

    Alles Liebe und danke für deine netten Wünsche,
    Gerald

  7. Gerald Roadfamilycom
    Lieber Gerald,

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Dass ihr nicht an Touristen-Hotspots pausieren möchtet, kann ich mir vorstellen! Wobei für mich auch touristische Orte, vor allem in der Zwischensaison, ihren Reiz und ihre Ausstrahlung haben. Dass ihr ein Schneckenhaus mit euch tragen möchtet, kann ich total gut nachvollziehen. Das ginge mir auch so. Ich kann es mir einfach nicht richtig vorstellen mit einem grossen Bus über viele Strassen, die ich von verschiedenen Ländern von meinen Reisen her kenne, zu fahren.

    Ich halte euch jedenfalls die Daumen, dass ihr eine Lösung für euer „Schneckenhaus“ finden werdet und dass ihr somit ein sicheres Zuhause in der Welt habt.

    Wenn Träume in die Realität umgesetzt werden, wird viel Kraft frei und ist auf vielen Ebenen bewegend. Mir geht es jedenfalls so. Danke für eure Geschichte.

    Herzlich
    Sonja

  8. Danke liebe Lara! Tja, manchmal läufts eben gut und manchmal nicht so. Wir sind aber schon wieder guter Dinge. Es wird alles noch ein wenig dauern, aber Lösungen zeichnen sich bereits ab!
    Alles Gute auch für euch mit Jupiter – lasst euch nichts gefallen
    Wer etwas beschädigt, muss auch dafür gerade stehen.
    Liebe liebe Grüße an alle

  9. Hallo Johann, danke für deine Nachricht und das Fernglas Wir haben uns sehr gefreut. Uns geht es ähnlich, es kommt immer alles zu seiner Zeit. Es ist schön zu lesen, dass auch ihr euren Weg gefunden habt und auch nach viel Unglück stets die Freude zurückgekehrt ist. Ich freue mich schon auf das Treffen mit deiner Frau morgen. Alles Liebe!!!

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