Haus vermietet

Juhuuuuu, es ist geschafft, wir haben einen Mieter für unser Haus!
Das war für uns seelisch der allergrößte Brocken, denn ohne vermietetes Haus können wir nicht reisen.

Aber wohin jetzt … Josefine steht in der Werkstatt und wir müssen ziemlich schnell ausziehen Wir haben vor 4 Jahren eine Einlegerwohnung bei Gerald’s Mama renoviert, mit Küche, Bad und 2,5 Zimmern mit einem fantastischen Garten. Im selben Haus wohnen nun die geliebte Oma der Kids und dessen Lebensgefährte, wobei ich ihn als besten Opa bezeichnen würde. Das gibt uns allen noch intensive Zeit zusammen, bevor wir abreisen.

Anfang Oktober haben wir das Haus letztendlich doch einem Makler übergeben, die Zeit wurde knapp und wir fanden einfach nicht die passenden Interessenten. Zuerst einer Maklerin, die unzählige Fehler machte und nicht halb so professionell war, wie wir es uns gewünscht hätten. Wir kündigten den Vertrag, das Vertrauen in den Beruf des Immobilienmaklers hat das nicht gebessert. Also machten wir uns die Suche nach einem neuen – und fanden ihn. Wie der Zufall es will sogar einem Makler, den ich indirekt „kenne“, ein ehemaliger Freund meines leiblichen Vaters, was wir bei einem Gespräch über unser Vorhaben und den Bus herausgefunden haben. Nun hatten wir doch etwas mehr Vertrauen in diese Entscheidung.
Nach einer Senkung der Miete hatten wir ca. 3 Besichtigungen die Woche über einen Zeitraum von einem Monat. Oft versprochen, „ja wir nehmen es“, „wir melden uns sicher“ … nichts … immer wieder machte sich diese Ernüchterung breit.
Und dann kam das Mietanbot in der Tat Anfang November. Letzte Woche Montag wurde der Mietvertrag unterzeichnet. Die damit erhoffte Erleichterung stellte sich bei uns jedoch leider nicht ein.

Jetzt hieß es ausräumen, denn bis 15. November musste das Haus komplett leer sein! Wir hatten die Übergabe für Sonntag Nachmittag geplant, da wir in dem Glauben waren, ohnehin nicht mehr all zu viel Dinge zu besitzen und der Umzug ein Kinderspiel werden würde. Kurzerhand erklärten sich die besten Freunde der Welt mit ihren Kids bereit, bei uns für die Woche zu wohnen und zu helfen. Perfekt, dann konnte ja nichts mehr schief gehen. Diese Bereitschaft gab uns einen unglaublichen Motivationsschub.

Es wurde gemeinsam gepackt, am Haus gearbeitet, gelacht, gegessen, geredet. Die Kinder spielten wunderbar miteinander. Es war trotz Arbeit die tollste Woche seit langem!

Das Ausräumen und Packen der Dinge entpuppte sich jedoch als langwieriger als angenommen, wir haben noch immer viel zu viele Dinge – und das trotz Hausflohmarkt und Verschenken vieler Sachen. In der Übergangswohnung angekommen, werden wir uns wohl noch mal von einigen trennen.

Freitag Abend fuhr die erste Familie nach Hause, Samstag Früh nach dem Ausladen der ersten LKW-Ladung für diesen Tag dann die zweite. Ich blieb mit den Kindern im fast leeren Haus zurück, dachte ich … Am Samstag haben wir dann nochmals das Auto gepackt, Gerald ist alleine ausladen gefahren. Dann sind wir alle gemeinsam wieder mit einem voll bepackten Eddy in unser Übergangsquartier gesiedelt, es war spät abends und wir mussten noch Essen und die Kids hinlegen. Lina und Aurélie haben das ganz gut weggesteckt und sind gleich eingeschlafen. Theodor hat bei Änderungen etwas mehr Probleme und konnte nur sehr schwer einschlafen, auch am Vortag ist er oft hinter mir her gelaufen und hat in einer Tour gequasselt. Am nächsten Abend war das alles aber schon normal für ihn. Die beiden Großen haben ja früher schon sehr oft bei Oma geschlafen und sie kennen sich hier gut aus und fühlen sich sehr wohl und zu Hause.

Am Sonntag ist Gerald in der Früh noch mal hingefahren um einige Dinge zu erledigen. Er kam dann Mittags mit noch einem vollen Auto wieder nach Hause. Nach dem Essen sind wir dann alle gemeinsam zur Übergabe gefahren. Vorher haben wir das gefühlt hundertste Auto voll geräumt und haben noch ein bisschen sauber gemacht. Dann waren die Mieter da, der Zeitpunkt der Schlüsselübergabe … unspektakulärer als wir erwartet hatten, ein Rundgang durch Haus, Keller und Garten, Zählerstände abschreiben, Schlüssel übergeben – und das wars. Wir wollten gehen … doch hatten vergessen, die Tiefkühltruhe zu leeren. Noch schnell alles in eine Kiste gepackt und ab die Post … ab in unser neues Leben. Ein kurzer seltsamer Augenblick, nicht mehr in das Haus zurück zu kehren, ein wenig Wehmut. Gerald hatte das Bedürfnis zurück zu fahren um zuzusperren. Wir nahmen eine Straße, die für den Verkehr eigentlich noch nicht freigegeben ist, aber wir fanden es so passend, dass wir sie kurzerhand einfach ausprobiert haben. Und dann machte sich beim Anblick eines fast epischen Sonnenuntergangs die beschwingte Erleichterung breit, auf die wir so gehofft und gewartet hatten. Es war ein herrliches Gefühl, alleine auf dieser neuen Strasse ohne Leitlinien über die neu gebaute Brücke dem Sonnenuntergang entgegen zu fahren.

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Auf der Heimfahrt habe ich die Kinder gefragt, ob sie traurig sind, dass wir nicht mehr in unser Haus fahren.
Lina: (schüttelt heftig den Kopf) „Nein!“
Theo: „Nein, ich auch nicht.“
Warum?
Theo: „Weil’s dort kein Essen mehr gibt!“
Lina: „Weil wir dann, später, wenn der Bus fertig ist, um die gaaaaanze Welt reisen!“

Nun denn, dem ist nichts hinzuzufügen. Wir sind alle glücklich und erleichtert, hier im Chaos angekommen zu sein, dieses große Thema hinter uns lassen zu können.
Nun wird hier ausgeräumt und ich hoffe, mein Nestbautrieb kommt bald in die Gänge und wir machen es uns hier erstmal gemütlich.
Ein paar bürokratische Dinge sind noch zu erledigen und dann werden wir uns wieder voll unserer Josefine widmen. Diese Woche werden wir sie noch in eine andere Werkstatt bringen, da wir uns nicht gut betreut fühlen und einiges nicht so gelaufen ist, wie wir es uns vorgestellt haben. Dazu gibt es später mehr

P.S.: Natürlich wollten wir unser Lebensmittel-Projekt nicht einfach einstellen. Nachdem wir lange nach Nachfolgern gesucht haben, wurden wir auch da fündig. Auch hier ist die Übergabe letzten Donnerstag erfolgt. Die Menschen sind also weiterhin versorgt und nebenbei entstehen viele neue Kooperationen in der Umgebung, die noch mehr Menschen erreichen können.

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  • Wer ist die Road Family?

    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

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9 Gedanken zu „Haus vermietet

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