Was braucht ein Kind, um glücklich zu sein?

Das hat uns der Kinder-Gesundheitskongress gefragt.

An Materiellem definitiv nicht viel, das wissen wir aus eigener Erfahrung. Wir ziehen gerade von einem 165-Quadratmeter-Haus in einen 20-Quadratmeter-Reisebus und fahren um die Welt. Wir wollen unseren Kindern Zeit und Erfahrungen schenken, die sie niemals an nur einem Ort sammeln könnten. Den Kindern bereitet es sogar regelrecht Freude, Dinge auszusortieren, zu verkaufen, zu verschenken, vermutlich auch weil es uns alle glücklich macht. Natürlich gibt es ein paar Spielsachen, an denen ihr Herz hängt, die können sie auch mitnehmen, aber wirklich viele sind das nicht.

gatschlackeIch denke, dass glückliche Kinder glückliche Eltern brauchen. Wenn wir ausgeglichen und zufrieden sind, wirkt sich das unweigerlich auf die Kinder und unseren Umgang mit ihnen aus. Ebenso in die entgegengesetzte Richtung, etwa bei Stress hören wir weniger zu oder finden kleine Unfälle gleich viel dramatischer.
Gelassenheit ist der Schlüssel, über sich selbst lachen zu können, die Späße der Kids mitmachen, sich auf Augenhöhe begeben und in das Kind hineinversetzen können.
Das sind nur einige Dinge, die ein Kind braucht, um glücklich zu sein.

Zuhören, aber auch mal sagen können, wenn man sich selbst nicht wohl fühlt. Eltern müssen keine dauerfröhlichen Menschen sein, sie können auch mal müde, lustlos oder verärgert sein, aber sie sollten das den Kindern vermitteln können, damit das Kind weiß, woran es ist.
Wichtig finde ich auch, sie so frei wie möglich sein zu lassen. Heute wollen sie keine Schuhe – oder zwei verschiedene anziehen? OK, dann nehmen wir sie eben mit. Kein Mittagessen heute? Na gut, dann eben später. Wer hat denn gesagt, dass das Kind jetzt hungrig zu sein hat, nur weil es Mittag ist. Noch am Spielplatz bleiben? Warum nicht, wenn man keinen wichtigen Termin hat.
Kinder werden oft in Situationen hineingepresst, in denen sie sich nicht wohl fühlen und nicht sein wollen, z.B. Kindergarten oder Schule, Einkaufszentren, Restaurants.
Wenn man ein bisschen darauf achtet, wann negative Emotionen hochsteigen und versucht, diese Tätigkeiten (wie viele Restaurantbesuche sind denn wirklich notwendig) auf ein Minimum zu reduzieren, stellt sich automatisch mehr Zufriedenheit ein.
Die Gefühle, auch negative, des Kindes annehmen, ist nicht immer leicht und funktioniert garantiert nicht immer. Aber Kinder sind vollwertige Menschen, perfekt in sich selbst und genau so sollte man sie annehmen und ihre Gefühle, auch wenn sie für uns noch so banal scheinen, ernst nehmen.

kletternEs gibt nicht nur einen Weg zu einem glücklichen Kind, denn für jedes Kind sind andere Dinge wichtig, um glücklich zu sein. Die Individualität zu wahren ist sehr wichtig, wir wollen doch für unsere Kinder eine bessere Welt, als den systemgesteuerten, konsumabhängigen Einheitsbrei der heutigen Zeit.
Das eine fühlt sich wohl, wenn es einen geregelten Tagesablauf hat, mit fixen Essens- und Schlafenszeiten, Elternqualitätsspielzeiten. Andere hingegen haben es lieber flexibel, möchten essen wenn sie Hunger haben und spielen wenn sie gerade ganz vertieft an einer Sache dran sind. Es gibt sicher auch einige Kinder, die gerne in den Kindergarten gehen, gerne einem Vortrag lauschen, Einkaufen gehen. Die meisten jedoch bevorzugen das freie Spielen ohne Regeln oder Eingreifen eines Erwachsenen. Was aber alle brauchen um sich entfalten zu können sind viele Eindrücke, sie brauchen Abwechslung und viele verschiedene Menschen – und die Freiheit, das tun zu können was sie möchten.

Weg von den Medien als Dauerbelustigung. Fernsehen, Handy, Computer und Videospiele auf ein Minimum zu reduzieren bringt nicht nur den Kindern mehr Lebensqualität, sondern auch ihren Mamas und Papas. Und wenn der Fernseher genutzt wird, ist es doch viel schöner, gemeinsam eine Dokumentation anzusehen, als die Kinder vor sinnlosen Zeichentrickmist zu setzen

Generell kann man sagen, je mehr man auf die Bedürfnisse eines Kindes eingeht, desto mehr Glück und Zufriedenheit wird sich einstellen. Natürlich kann man nicht jedes einzelne Bedürfnis erfüllen, denn auch die Eltern haben Bedürfnisse, hier gilt es abzuwägen. Dennoch versuchen wir, Wünsche immer zu respektieren und so gut es geht zu erfüllen. Bei Babies ist das noch ganz einfach, sie zeigen sehr deutlich, wenn sie Hunger haben oder Nähe brauchen, hier ist es wichtig sofort darauf einzugehen, es kann ihr ganzes Urvertrauen zerstören, wenn man sie schreien lässt, zumal sie nie ohne Grund schreien. Das größte Glücksgefühl empfindet ein Baby, wenn es gestillt oder getragen wird, diese unglaubliche Nähe löst eine Zufriedenheit aus, die ein Erwachsener kaum fähig ist zu empfinden.

babytragenKinder aller Altersgruppen werden noch sehr gerne getragen, nicht weil sie entgegen vorherrschender Meinung faul sind oder man sie dadurch etwa verwöhnt, nein, weil es eine unbeschreibliche Nähe gibt, dem Kind und dem Tragenden. Kleinkinder haben viel zu entdecken und viele Bedürfnisse, sicher auch einige, die man nicht erfüllen kann oder will. In solchen Situationen ist es am besten, nach Alternativen zu suchen und diese anzubieten und zu erklären. Die Kleinen verstehen mehr als viele denken! Im Kindesalter wird es einfacher, da sie viele ihrer Bedürfnisse selbst erfüllen können und wollen. Es ist wunderschön, Kinder zu verstehen und ihnen zu ermöglichen, Dinge selbstständig zu tun.

karotten-schaelenTheodor, unser Sohn, ist bald zweieinhalb Jahre jung und hat es vor kurzem zum ersten Mal geschafft, eine Karotte zu schälen, nachdem er tagelang beim Kochen geübt hatte. Der Ausdruck in seinen Augen sagt mehr als tausend Worte, er war überglücklich darüber.

Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die uns glücklich machen, das führen einem die Kinder sehr häufig vor Augen. Man muss nur genauer hinsehen, zulassen und mit ihnen fühlen.

Glückliche Kinder zu haben ist das schönste Geschenk, das uns dadurch zu glücklichen Eltern macht, die wiederum von den Kindern gebraucht werden um glücklich zu sein.

Einfach auf sein Kind und Herz hören, Liebe, Zeit und Geborgenheit schenken, wo man nur kann. Frei sein, in keine Konventionen zwängen lassen, sich gesund (vegan) ernähren, bewusst leben, entspannt sein und viel lachen

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  • Wer ist die Road Family?

    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

    Mehr über unsere Familie

4 Gedanken zu „Was braucht ein Kind, um glücklich zu sein?

  1. Liebe Roadfamily, da habt ihr absolut recht. Es tut so sehr gut, zu sehen, wie immer mehr Eltern umdenken und sich wieder auf ihre Zeit mit ihren Kindern besinnen. Unsere Kinder sind schon erwachsen. Wir haben vier, zwischen 29 und 19. Wir haben immer versucht genau das was heute wieder von immer mehr Eltern gelebt wird, zu leben. Das in einer Zeit in der die Kinder mehr als „Prestigeobjekt“, als als Kinder mit Bedürfnissen, behandelt wurden. Fragt nicht, wie man uns manchmal angeschaut hat, wenn uns die Zeit mit unseren Kindern wichtiger war als der Balett- Musik oder sonstiger Unterricht. Wenn die Noten nicht so toll waren und wir trotzdem an unsere Kinder geglaubt haben. Manchmal mehr, als sie selbst an sich.:)) Alle 4 stehen heute mit beiden Beinen im Leben. Sie sind, meistens, zufrieden und glücklich, hatten es aber auch schwer dahin zu kommen, da sie ihre eigenen Entscheidungen treffen konnten, ohne Vorgabe von außen. Da ist es oft schwieriger, da man die Verantwortung die auf dem Ergebnis der Entscheidung beruht, nicht auf andere abwälzen kann. Das war oft nicht ganz einfach, aber es hat sich gelohnt.
    Vielen Dank allen Eltern, die ihren Kindern einfach nur vertrauen.
    LG
    Sabine

  2. Sehr schöner Artikel, vielen Dank dafür – und dass Ihr bei unserer Glücksknirps-Aktion mitgemacht habt! Die meisten Dinge kann ich nur unterstreichen. Bis auf die Restaurantbesuche: da kommen bei uns allen positive Emotionen hoch
    Ihr seid eine inspirierende Familie- vielleicht machen wir Euch das mit dem Reisen bald nach, mal schauen ;-). Viele Grüße – Christian

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