Verweigerung

Der Plan geht wohl auf, die Destabilisierung Europas läuft.
Es ist so unendlich traurig – und höchste Zeit, hier zu verschwinden.


Nicht nur, dass all die Flüchtlinge, die eh schon wochenlang unterwegs waren und nicht mehr können, unter den Zwangsmaßnahmen wie Grenzzäunen und unfreiwilligen Deportierungen leiden, pöbeln sich nun auch schon Staaten gegenseitig an und schieben sich die ungewollten Menschenmassen zu.

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US-Stratege Zbigniew Brzeziński mit Osama bin Laden

Genau diesen Plan sehen die Globalstrategen Brzeziński und Kissinger vor, und er geht wunderbar auf. Sämtlichen globalen Aktionen werden lange und sorgfältig geplant und präzise ausgeführt, die einschlägigen Bücher dazu kann man sogar kaufen. Die globalen Blueprints existieren bereits seit Jahrzehnten. Zerrüttung des nahen Ostens und europäischer Staaten, indem Kriege angezettelt und militärisch gelenkt, aber nicht selbst ausgefochten werden. Politisches Eingreifen der Vereinigten Staaten, dauerhaftes Mitspracherecht, Errichtung neuer Nato-Stützpunkte, Ausweitung der Nato-Zone Richtung Russland. Ein Krieg mit Russland ist dann unvermeidlich, wenn alles so weitergeht wie in den Agenden dargelegt.

Ich sehe das alles – doch was kann man schon tun? Ich habe beschlossen, dass einfach so weitermachen wie bisher für mich keine zufriedenstellende Lösung ist. Brav weiter arbeiten, damit sich die Rädchen im Getriebe weiter drehen. Immerhin gibt es ja Fernsehen; Reality-TV, Casting-Shows und Soaps. Irgendwann muss damit Schluss sein.

Die Versorgung der Menschen, die aus aktuellen Kriegsgebieten fliehen, haben im großen Stil private, individuelle Menschen gesichert. Ich habe das als überwältigende Welle der Solidarität empfunden. Von staatlicher Seite kommt fast nichts. Es wird lieber wochenlang gestritten, welches Land nun wie viele Flüchtlinge aufnehmen soll. Während Familien weggebombt werden, diskutieren Anzugträger anderer Länder in festlichen Räumen über deren Zukunft. Während hierzulande tatsächlich Menschen darüber streiten, ob die eintreffenden Flüchtlinge vielleicht IS-Kämpfer sind, die uns inkognito infiltrieren oder Wirtschaftsflüchtlinge, die gar keine Qualifikationen für den hiesigen Arbeitsmarkt mit sich bringen, frieren deren Kinder im Regen und Schlamm.

Wir versorgen regelmäßig Flüchtlinge mit Lebensmitteln, die wir zwei Mal wöchentlich abholen. Das machen wir nicht alleine, viele Menschen widmen gerade ihre eigene Freizeit Menschen, die sie dringend brauchen – manchmal in übermenschlichem Ausmaß und mit einer bewundernswerten Hingabe und Ausdauer. Ich bin den freiwilligen Helfern sehr dankbar und bin berührt von diesem großen Mitgefühl, das uns so bittersüß zu einer Gemeinschaft eint. Gleichzeitig bin ich aber auch ziemlich wütend darüber, dass es in heutigen Zeiten noch immer möglich ist, globales Schach zu spielen und dafür über die Leichen seiner eigenen Bauern zu steigen. Und ich frage mich, was noch passieren muss, damit die Menschheit insgesamt damit aufhört, sich beherrschen zu lassen.

ciceroDie Demokratie im eigenen Land zu verteidigen ist ein edles Motiv, doch gut gemeint ist noch lange nicht gut. Zu glauben, dass man Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen kann, indem man alle vier Jahre einen Stimmzettel abgibt, der meistens nur den Weg des geringsten Übels darstellt, ist total absurd. Demokratie kann in einem Staatenverband nicht funktionieren, dafür war sie auch nie gedacht. Demokratie ist nicht, wie von vielen angenommen, die Herrschaft aller Menschen eines Landes, sondern die „Herrschaft des Dorfes“:

„Demos […] ist ursprünglich als Dorfgemeinde die kleinste Verwaltungseinheit innerhalb einer antiken griechischen Polis […]“ – https://de.wikipedia.org/wiki/Demos

Wir sollten uns vom Gedanken verabschieden, Teil einer entscheidenden Mehrheit zu sein. Wir sind Teil des Pöbels, der seine Arbeit zugunsten der Elite zu leisten hat. Und als solcher sind wir total abhängig von unserer Obrigkeit, wir verteidigen sie sogar noch. Und unsere Demokratie.

Ich bin für friedliche Nicht-Kooperation. Mit dem Finger auf andere zeigen bringt nichts. Andere Parteien wählen auch nicht. Auf die Straße gehen und laut schreien auch nicht. Du kannst mir glauben, ich habe das alles probiert.

Auf den Straßen zu demonstrieren ist natürlich immer noch besser, als nichts zu tun. Man sollte sich aber die Frage stellen, an wen sich sein Unmut eigentlich richtet. An Politiker? Warum sollten die auf ein paar Demonstranten hören, wenn sie doch selbst im System ihrer eigenen kapitalistischen Demokratie gefangen sind. Demonstrationen sind wie ein Ventil, durch das der angestaute Dampf entweichen kann. Kontrolliert und möglichst unauffällig. Und dann weiter wie bisher.

Das einzige Rezept gegen globale Agenden ist meines Erachtens: Verweigerung. Einfach umdrehen und weggehen. So wie du das in der Sandkiste gelernt hast, wenn das andere Kind schon zum fünften Mal deinen mühsam aufgeschichteten Turm zerstört. Aggression erzeugt noch mehr Gegen-Aggression. Die einzig wirksame „Waffe“ gegen Ungerechtigkeit ist: Einfach nicht mehr mitspielen.

Die richtige Zeit, sich umzudrehen und wegzugehen ist jetzt. Nicht, wenn du auf den selben Straßen, über die du jeden Tag zur Arbeit gegangen bist, plötzlich über Trümmerteile und Mauerreste steigen musst. Nicht, wenn du die Hälfte deiner Familie nicht mehr auffinden kannst und du sie auch nicht anrufen kannst, weil es in deiner Gegend keine funktionierenden Handymasten mehr gibt. Nicht, wenn du nicht mehr weißt, wie viele Leichen du heute schon gesehen und wie viele weinende Kinder du gehört hast.

Jetzt geht es mir gut. Ich sitze und schreibe, habe es nicht zu warm, nicht zu kalt, bin gut versorgt mit allem was ich brauche. Jetzt kann ich klare Entscheidungen treffen und mir zwei, drei oder vier Pläne zurecht legen. Unser Plan A steht fest, wir verlassen das sinkende Schiff. Friedlich, würdevoll und ohne Chaos zu hinterlassen. Auch wir haben lange nach Ausreden gesucht, warum wir hier bleiben müssen. Aber es waren eben nur Ausreden. Alles geht, wenn man nur will und sein Herzblut in die Sache fließen lässt!

Falls dir das alles jetzt irgendwie zu apokalyptisch oder utopisch erscheint, denke an deine Großeltern: Auch sie haben einen Krieg erlebt. Und ich zeige dir gerne ein paar Fotos von Aleppo, Syrien – quasi ein Vorher-Nachher-Vergleich. Ich kann dir versichern, hier hat es vor dem Krieg einmal ausgesehen wie in Wien oder München oder Zürich. Bis globale Agenden über Menschenleben gestellt wurden. Die Menschen in Syrien hatten auch keine Vorstellung davon, was kommen wird, waren wie wir trotz einiger Missstände im Land glücklich und zufrieden, in einer reichen, sozialen und blühenden Umgebung. Das ist gar nicht so lange her.

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    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

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10 Gedanken zu „Verweigerung

  1. Genauso ist es ! Ich habe gerade vor zwei Tagen einer Freundin gesagt dass ich wirklich sehr froh bin bald hier weg zu sein. Wir werden ja oft gefragt woher wir den Mut nehmen als Globetrotterfamily das zu tun was wir machen werden. Ich empfinde es nicht als mutig, aber vielleicht geht es nicht mehr lange bis es mutig ist hier zu bleiben. Oder ist es das jetzt schon? …. Ihr seid toll und inspiriert viele Menschen dazu zu hinterfragen – macht weiter so!

  2. Danke für deine Worte.
    Krieg ist längst überfällig, wenn man sich die historischen Zyklen ansieht. Bedingt duch unser Geldsystem braucht es einen „Reset“, und das war bislang eigentlich immer die totale Zerstörung. Die bricht meistens von heute auf morgen aus, oft nach einer großen Demonstration. Da ist dann nicht mehr viel Zeit, seine Sachen zu packen, Angelegenheiten zu regeln oder einen Bus umzubauen.
    Ich glaube das Problem ist wirklich, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt kaum jemand vorstellen kann, wie schnell wir bereits in Richtung gröbere Unruhen zusteuern. Auf der Landkarte kann man fast wöchentlich verfolgen, wie sich die Kriegsgebiete weiter ausdehnen. Und jetzt kommen all die Menschen zu uns, die um ihr Überleben ringen. Und wir haben nichts besseres zu tun, als sie möglichst schnell abzuschieben oder nicht ernst zu nehmen.
    Das Schlimmste, was uns jetzt passieren kann ist, dass wir uns irren. Aber was macht das schon? Dann haben wir unseren Kindern das tollste Abenteuer überhaupt beschert: Ein freies Leben.

  3. Hi,
    par kritisch Noten
    >>Die richtige Zeit, sich umzudrehen und wegzugehen ist jetzt.
    Aber ihr seit noch immer Teil der Gesselschaft.
    Verwendet noch immer das was von uns allen Geschaft wurde.
    Essen, Technologie etc etc
    Wo wollt ihr dann hingehen, auf eine Insel wohnen?
    Weglaufen geht doch nicht oder?

    liebe Grüße
    Bas

  4. Ich verstehe die Frage wohl nicht ganz.
    Wir wollen nicht auf ein modernes Leben verzichten, sondern auf die Unzulänglichkeiten einer modernen Gesellschaft.
    Wir laufen auf keinen Fall weg! Wir sind aber jederzeit mobil. Wenns also mal brenzlig wird, können wir einsteigen und fahren.

    Dieser Satz mit dem Umdrehen und Weggehen war mehr bildlich als wörtlich gemeint. Natürlich müssen jetzt nicht alle Menschen aus Europa akut flüchten. Aber es wäre ein sehr starkes Zeichen, wenn man sich zumindest aktiv gegen die vorherrschende Politik wendet. Gegen den totalitären Kapitalismus, gegen eine aggressive Grenzpolitik, gegen Kriegseinsätze, gegen Waffenlieferungen.

    Letztendlich meinte ich damit aber auch, dass wir gerade tatsächlich gefährlich in Richtung Eskalation steuern. Dass alles sehr schnell gehen kann, wenn auch bei uns Krieg ausbricht. Dass dann keine Zeit mehr ist, seine sieben Sachen zu packen.

    Ich habe heute dazu einen ziemlich guten Text einer Bekannten gelesen, den ich auch jedem empfehlen möchte.
    http://zotzmann-koch.com/2015/09/17/was-waere-wenn/

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