Große Schritte

Jetzt haben wir lange nicht geschrieben welche Fortschritte unser Bus macht. Daran sieht man schon, wie viel Zeit neben dem Umbau noch übrig bleibt: Fast gar keine. Dafür wird das wieder ein etwas längerer Beitrag.

Noch vor ein paar Wochen war Bianca ziemlich verzweifelt, da wir nicht viel weitergebracht haben. Das hat sich aber nun wieder ziemlich schlagartig geändert.

Was hat sich getan?

Zuerst einmal: Ich habe den C-Führerschein nun endlich in der Tasche! Nach einer perfekten theoretischen Prüfung (100% beim ersten Antritt) folgten zwei miserable praktische, erst beim dritten Versuch hielt ich den begehrten Zettel mit dem Kreuz bei „Bestanden“ in Händen. Theorie und Praxis sind eben manchmal meilenweit entfernt.

Mit den neuen Fähigkeiten ausgestattet, bin ich gleich zur technischen Überprüfung mit unserem Bus Josefine gefahren.

Bus in der Werkstatt

Das Ergebnis war sowohl erfreulich als auch niederschmetternd. Technisch ist das Fahrzeug in einem altersentsprechend sehr guten Zustand, es gab bis auf ein paar Kleinigkeiten (Lenkschubstange, Bremsflüssigkeit, etc.) keine groben Beanstandungen. Aber es gab Rost. Sehr viel Rost, leider zu viel Rost. Der 25 Jahre alte Bus wurde auf seiner Unterseite stetig zerfressen, weshalb nun einige Wunden klaffen.

Rost

Von einem Busunternehmer, der zufällig zum selben Zeitpunkt wie ich bei der Werkstatt war und zufällig zehn Stück des gleichen Modells wie unseres in seinem Fuhrpark hatte (Setra S 215), habe ich erfahren, dass all diese Roststellen zum einen völlig normal, und zum anderen statisch gesehen nicht weiter gravierend sind. Er fällt deswegen nicht gleich auseinander.

Bis wir eine Lösung für unser rostiges Problem gefunden haben, baue ich einfach den Innenraum weiter aus. Und hier ist schon einiges Neues entstanden.

Den Fahrersitz habe ich gegen einen gebrauchten LKW-Sitz mit Dreipunktgurt getauscht. Er passte auf Anhieb in die Sitzkonsole, nur eine kleine Korrektur eines Befestigungspunktes war nötig. Auch die Pneumatik-Schläuche für die Luftfederung wieder zu verbinden war dank Steckverbinder problemlos und kostengünstig möglich.

Zwischen Fahrgastraum und Wohnraum habe ich ein Metallgerüst geschweißt, das diese beiden Räume mit einer Tür in der Mitte trennen soll.

Zwischenwand

Dann habe ich auf dem Boden eine Unterkonstruktion aus Holz befestigt. Die Wahl fiel hier auf Bauschaum, da er elastisch und kostengünstig ist und die Bodenplatten nicht durchlöchert, wie es Schrauben tun.

Unterkonstruktion für den Boden

Den Raum bei der hinteren Doppeltüre werden wir für die Solarbatterien, Laderegler und Wechselrichter sowie alle anderen teschnischen Geräte nutzen. Um die Treppe dennoch begehen zu können, habe ich die Brücke herausnehmbar gestaltet. Man weiß ja nie.

Brücke draußenBrücke drinnen

Mit dem Freund meiner Schwägerin war ich einen ganzen Tag lang beschäftigt, aus einem Holzdielenboden aus dem Jahre 1938 in einem alten Bauernhaus in Salzburg passende Stücke zu schneiden. Ich danke dir für deine großartige Hilfe, Rene!

Rene beim SchneidenHolzdielen

Diese Dielen werden gerade weiter zerstückelt und über die Trägerkonstruktion geschraubt. Um den Heizkörper nicht zu verbauen, werden Stücke der alten Lüftungsgitter recycelt und in den Boden eingepasst. Das ist eine ziemliche Spielerei, aber das Ergebnis lohnt sich. In die Hohlräume unter die Holzbretter wird recycelter Schaumstoff gestopft (wir haben eine ganze LKW-Ladung mit Schaumstoff-Reststücken von einer Polsterei in Wien geschenkt bekommen), um eine gewisse Wärmedämmung zu erreichen.

Holzboden

Nachdem unser Bus innenliegende Wartungsklappen im alten Gang besitzt, welche auch immer freigehalten werden sollten, können wir die Dielen leider nicht in einem Zug von links nach rechts durchlegen. Stattdessen baue ich Klappen oder einzelne Segmente, die wieder herausnehmbar sind. Mehr dazu gibts wahrscheinlich im nächsten Post.

Auch die gebrauchten Sitzbänke mit Dreipunktgurten sind schon angekommen. Das erste Probesitzen war durchaus entspannend

Sitzbank Probesitzen

Letzte Woche mussten noch zwei Seitenfensterscheiben daran glauben. Falls man es nicht sieht: Ja, es hat Spaß gemacht

Markus, ein Bekannter wird uns dabei helfen, zwei gebrauchte Campingfenster einzubauen. Die brauchen wir dringend, da es sonst kaum eine Möglichkeit gäbe, bei großer sommerlicher Hitze zu lüften. Dafür wird zuerste ein Eisenrahmen in die Öffnung eingepasst und mit Blech verkleidet. Die Fenster sitzen dann in der Mitte des Rahmens.

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