Aller Anfang

Ihr macht WAS?

So reagiert das enge Umfeld. Es kommen unzählige Ängste und Bedenken auf den Tisch. Wovon wollen wir bloß leben? In welche Schule sollen die Kinder gehen? Sprechen wir denn überhaupt alle Sprachen? Ihr könnt doch gar nicht mit einem Bus fahren! Dann seid ihr doch gar nicht versichert! Das hört sich ja alles romantisch an, aber… Aber!

Doch das ist alles gar nicht böse gemeint. Ängste werden in Familienkreisen gerne geteilt, viel eher als Träume und Zuversicht.

Ganz von vorne

Also, dann mal langsam, ganz von vorne. Wir, das sind Bibi, Gery, Lina, Theodor und ein ungeborenes, namenloses Baby unbekannten Geschlechts, werden unser Leben radikal verändern. Zur Zeit wohnen wir in einem Haus am Land mit schönem ruhigen Garten. Es fehlt uns an nichts und wir müssen dafür gar nicht übermäßig viel arbeiten.

Richtig, jetzt kommt das Aber. Etwas stimmt nicht – und zwar gewaltig. Es liegt nicht an uns oder an anderen, nicht an unserer Regierung und auch nicht an den USA. In Wahrheit trägt niemand Schuld daran, so wie auch nie jemand die letzte Rolle Klopapier genommen hat.

Als mir Bibi einmal sagte, dass sie nie mehr als 30 Wochenstunden arbeiten will, habe ich sie schief angesehen und gefragt: „Wieso nicht? Jeder normale Mensch arbeitet doch 40 Stunden.“ Alles andere käme mir schäbig und leistungsgesellschaftsverweigernd vor. Es kam mir nie in den Sinn, an einer 40-Stunden-Woche auch nur ansatzweise zu zweifeln, weil – ja wieso eigentlich nicht? Warum rackern wir uns fünf Tage die Woche in einem Job ab, dessen gesamtheitliche Notwendigkeit sich auch beim zweiten Blick nicht erschließt? Weshalb willigen wir ein, uns von einem elektronischen Piepen bei Dunkelheit wecken zu lassen, in der sich unser Körper gerade in einer Tiefschlafphase befindet?

Kinder fragen gerne und viel. Wenn sie älter werden, hören sie damit auf – nicht etwa weil sie glauben schon alles Relevante zu kennen. Es wurde ihnen ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr erlaubt, sich selbst und ihr Umfeld kontinuierlich in Frage zu stellen. Eine uniformierte Meinung ist angesagt und wird periodisch abgeprüft. Sollte es nur die geringste Abweichung dazu geben, verschlechtert das die „Note“.

Warum

Ich wollte nicht eines dieser Kinder bleiben und stelle auch heute Fragen, jeden Tag um ehrlich zu sein. Warum werden Tiere präventiv mit Medikamenten behandelt und auf engstem Raum gehalten, um anschließend getötet und zu minderwertigen Speisen verarbeitet zu werden? Warum sollen wir Parteien wählen, die dann den eigenen Wählern die Schuld dafür geben, dass alles schief gelaufen ist? Warum sollen wir Steuern zahlen für einen enormen Apparat, der versucht mit kleinen Geldscheinen Regierungsgebäude zu heizen? Warum sollten wir uns jeden Sonntag kniend anschweigen, während wir ohnehin nicht glauben was wir hören? Warum sollen wir an ein Geldsystem glauben, das ohne steigendem Wachstum zusammenbricht und uns somit gegeneinander aufhetzt? Warum werden Kinder gezwungen, sich mit Gleichaltrigen die sie nicht mögen in einen Raum zu setzen, still zu sein, ihre natürlichen Körperfunktionen einzuschränken und ihre angeborene Neugier einer Kaskade intellektueller Rasenmäher zu unterwerfen? Warum wird uns vorgespielt wir könnten uns in einer Demokratie frei entfalten und werden doch durch Banken und Großkonzerne diktiert? Warum treffen sich Jugendliche, um gemeinsam in ihre Smartphones zu starren? Warum werden uns Lügen und gleichgeschaltete Medienberichte anstatt der Wahrheit und unabhängigem Journalismus vorgesetzt? Warum werden Familien und Gemeinschaften gegen Separation und Konsum eingetauscht? Warum überlegen wir ob wir lieber Truthahn oder Fisch zu Weihnachten essen wollen während jeden Tag achttausend Kleinkinder verhungern? Warum gibt es Menschen die in vollem Bewusstsein andere Menschen ausbeuten um mehr Profit zu erwirtschaften?

Es reicht

Nachdem ich große Teile meiner Lebenszeit mit so vielen Problemen und grausamen Bildern gefüllt hatte, fiel ich erst einmal in ein tiefes Loch. Doch ich erkannte, dass ich nicht alleine war: Jeder Mensch steckt in seinem kleinen persönlichen Loch, dicht an dicht. Manche erkennen das und wollen da raus – und andere richten sich ihr kleines Loch mit Schweinsledersofas und 52-Zoll-Flachbildfernsehern ein.

So kroch ich eben aus meinem Loch und ging auf die Straße. Ich setzte mich für eine lose Gruppe Namens „Occupy“ ein und gemeinsam schafften wir es wie aus dem Nichts, fünftausend Menschen auf die Straße zu bringen und Redner wie Roland Düringer, Franz Hörmann und Martin Balluch zu verpflichten. Unser Berg an Erwartungen war hoch – und dem entsprechend tief wurden wir von ihm hinuntergestoßen.

Resignation

Irgendwie hat es ein Tschechischer Spion geschafft, unser Vertrauen zu gewinnen und die Facebook-Seite von Occupy Austria zu kapern. Die Presse hat uns ebenso fertig gemacht, da wir ohne Zögern und ohne mit uns selbst zu sprechen ins rechte Eck gestellt wurden. Das zeigt einmal mehr, wie rigoros hier eine Elite versucht, jeden kleinsten Aufstand abzuwürgen, umzudeuten und zu diffamieren.

Auch wenn es eine kleine Elite ist, sie hat nun mal das meiste Geld und richtig „gute“ Beziehungen. Somit bin ich erneut in mein Loch gekrochen – allerdings nicht ohne eine permanente Verbindung nach draußen. Was kann ein Einzelner schon ausrichten? Was bringt es schon, wenn ich als kleiner unbedeutender Mensch kein Fleisch esse und weniger konsumiere?

Die Lösung

Der Trick ist, es einfach zu tun und nicht länger zu zweifeln. Wir tauschten unsere Ängste und Zweifel gegen Vertrauen und Zuversicht. Der Rest kommt von ganz alleine.

Wir haben uns nicht entschlossen etwas aufzugeben, sondern etwas Neues zu beginnen. Wir möchten uns und andere auf dieser Welt bewegen und begeistern.

Interessant ist auch, dass unsere Freunde nie versucht haben, uns von unseren Vorhaben abzubringen – obwohl sie uns vermissen werden. Wir wurden bestärkt und mit interessierten Fragen bombardiert. Und das tut wirklich gut. Danke dafür!

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  • Wer ist die Road Family?

    Wir sind eine ganz normale Familie mit drei kleinen Kindern. Und wir haben beschlossen, zu reisen. Das ist kein Urlaub, sondern unser Leben. Unsere Kinder werden ​nicht zur Schule​ gehen, wir ernähren uns ​vegan​, und praktizieren aktiv Konsumverzicht​ so gut es geht. Auf unserer Reise werden wir mit unzähligen Menschen sprechen und planen später Coaching und Veranstaltungen anzubieten.

    Warum?
    Genau diese Frage ist Teil der Antwort.
    Wir wollen Menschen inspirieren​, alles was sie denken zu sein, was sie täglich tun, denken und sagen zu hinterfragen. Warum gibt es Tonnen an Plastik im Meer? Warum gehen wir alle 4 Jahre wählen und es ändert sich doch nichts? Warum kaufe ich so viele Dinge, die ich gar nicht brauche? Warum macht mich das nicht glücklich? Warum sperren sich so viele Menschen nach ihrer Arbeit am Abend alleine in ihrer Wohnung ein und setzen sich vor den Fernseher bis sie einschlafen, getrennt durch Mauern und Türen, jeder getrennt und für sich? Warum freuen sie sich in der Arbeit auf ihre Freizeit, das “richtige Leben”, wenn sie es dann nicht leben?

    Wir haben erkannt, dass wir nicht alleine sind mit diesen Gedanken. Sehr viele Menschen stellen sich diese Fragen und wir versuchen gemeinsam Auswege zu finden. Vor allem haben wir erkannt, dass es total falsch ist zu glauben, dass ich als einzelner, kleiner Mensch auf dieser großen Welt nicht verändern kann. Wir zeigen einen möglichen Weg!

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10 Gedanken zu „Aller Anfang

  1. es lohnt sich, macht weiter, ich habe so schon oft gelebt und einmal angefangen, gibt es keine wirkliches Zurück mehr. So ist das Leben mal endlich wieder Leben und ergibt wirklich Sinn !

  2. hallo und vielen dank fürs mit-uns-teilen! ich bin schon ganz gespannt auf eure nächsten berichte!!! wir planen für spätestens 2016 ähnliches, plagen uns aber noch etwas dem großen Loslassen und sachen wie „finanzierung“ zb (deshalb nicht sofort :-). darf ich fragen wie Ihr das macht? habt ihr eine möglichkeit gefunden von unterwegs aus zu arbeiten oder habt ihr viel bzw lang gespart oder wie?

  3. Sehr schöner Artikel! Ich kann so gut mitfühlen! Auch wir planen auszubrechen! Der Wunsch ist schon lange da, man muss nur den richtigen Weg für sich entdecken und Ihn auch gehen! Ich wünsche Euch alles Gute!

  4. Oh wie fein, vielleicht laufen wir uns ja über den Weg. Über finanzielle Dinge schreiben wir aus guten Gründen frühestens Ende 2015. Wir sind sparsam! Alles Liebe

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